Hiroki Totoki mit Brille und Anzug spricht in einem Interview vor einem Hintergrund mit Wall-Street-Week-Logo.
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PS6 weiter ohne Termin: Teure Chips erhöhen den Druck bei Sony

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Für die nächste PlayStation gibt es weiter kein Datum. Teure und knappe Bauteile machen Sonys Planung schwieriger.

Sony hat weiterhin keinen Termin für die nächste PlayStation genannt. Konzernchef Hiroki Totoki macht zugleich klar, dass die Planung für eine neue Konsole gerade unter schwierigen Bedingungen steht: Wichtige Bauteile sind knapp, ihre Beschaffung kostet mehr und die weltweite Nachfrage nach Komponenten für automatisierte Anwendungen erhöht den Druck auf Speicherchips.

Für PlayStation-Fans heißt das vor allem: Spekulationen über einen Start im kommenden Jahr sind deutlich unsicherer geworden. Einen festen Zeitplan hat Sony nicht bestätigt. Auch die Konsolen der aktuellen Generation sind laut den vorliegenden Angaben in diesem Jahr über alle Modelle hinweg teurer geworden.

Die PS6 ist Teil eines größeren Umbaus

Die fehlende Ansage zur PS6 passt zu einer viel größeren Veränderung bei Sony. Das Unternehmen will sich stärker auf Filme, Musik und Videospiele konzentrieren. Mehr als zwei Drittel des Jahresumsatzes kommen inzwischen aus diesen Bereichen.

Andere Geschäftsfelder werden dagegen umgebaut. Sony kündigte im März an, das Fernsehgeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Wettbewerber auszulagern. Auch die Finanzsparte wurde abgespalten, während Sony bei Bildsensoren mit TSMC zusammenarbeitet.

Das ist für PlayStation wichtig, weil Spiele im Konzern nicht mehr nur für sich stehen sollen. Sony möchte erfolgreiche Marken auch in anderen Medien nutzen. Zu God of War ist eine Serienadaption geplant. Außerdem sieht Totoki besonders bei Gaming und Anime Chancen, die zusammenpassen könnten.

Teure Chips können Pläne bremsen

Eine neue Konsole braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch bezahlbare Teile in großen Mengen. Genau hier liegt laut Totoki ein Problem. Handelskonflikte sowie unterbrochene Lieferketten bei Energie und Chips machen die Lage schwieriger.

Der zusätzliche Bedarf an Speicherchips für automatisierte Anwendungen trifft damit auch die Spielebranche. Das bedeutet nicht automatisch, dass die PS6 kurz vor einer Verschiebung steht, denn Sony hat keinen Termin angekündigt. Aber es erklärt, warum Erwartungen an einen baldigen Start vorsichtiger geworden sind.

Sony nutzt Automatisierungstechnik selbst bereits bei der Animation von Haaren bei Spielfiguren. Totoki betrachtet sie als Werkzeug, das kreative Arbeit unterstützen kann, nicht als Ersatz für von Menschen geschaffene Inhalte. Gleichzeitig setzt der Konzern offenbar stärker darauf, Kostenrisiken zu begrenzen: Die Finanzierung von Kojima Productions’ Physint läuft laut den vorliegenden Berichten nicht weiter, nachdem Fristen verpasst worden seien und steigende Kosten befürchtet wurden.

Für die PS6 bleibt deshalb vorerst nur sicher: Sony arbeitet in einem Umfeld, in dem Technik teurer und Planung schwieriger wird. Einen konkreten Termin gibt es weiterhin nicht.

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