Vier Cowboys reiten auf Pferden durch eine staubige Wüstenlandschaft mit Kakteen und Bergen unter blauem Himmel.
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Red Dead Redemption: Dan Houser über die schwierige Entwicklung

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Red Dead Redemption war laut Dan Houser mehrfach in Gefahr. Erst nach vielen Problemen fand das Team heraus, was den Western als Open-World-Spiel tragen sollte.

Dan Houser erinnert daran, dass Red Dead Redemption während seiner Entwicklung mehrfach auf der Kippe stand. Der Mitgründer von Rockstar Games beschreibt ein Projekt, bei dem das Team nicht von Anfang an genau wusste, welche Ideen den Western in einer offenen Spielwelt tragen würden. Erst durch wiederholtes Problemlösen habe sich herauskristallisiert, was das Spiel spannend machen sollte.

Das ist eine interessante Nachricht, gerade weil Red Dead Redemption heute kaum wie ein unsicheres Experiment wirkt. Das 2010 veröffentlichte Spiel wurde zur Grundlage für Red Dead Redemption 2, das 2018 folgte und sich weltweit mehr als 85 Millionen Mal verkaufte. Housers Rückblick zeigt aber: Zwischen einer starken Grundidee und einem fertigen Spiel liegt oft viel mehr Suche, als man später noch sieht.

Ein Cowboy-Spiel brauchte mehr als eine Kulisse

Laut Houser bestand die Herausforderung nicht bloß darin, eine offene Welt mit Cowboys zu bauen. Das Team musste offenbar erst herausfinden, welche Lücken das Projekt hatte und mit welchen Ideen es sie füllen konnte. Genau das macht seine Aussage spannend: Ein Western-Setting allein erklärt noch nicht, warum sich ein Spiel über viele Stunden tragen soll.

Bei Red Dead Redemption ging es während der Arbeit also auch darum, die richtigen Schwerpunkte zu finden. Houser spricht von vielen schwierigen Phasen und davon, dass Projekte manchmal durch einen guten Entwicklungsstand, einen glücklichen Zufall oder den Moment gerettet werden, in dem plötzlich mehrere Teile zusammenpassen.

Das klingt weniger nach einer einzelnen großen Rettungsaktion als nach einem langen Prozess. Für Spieler ist das ein hilfreicher Blick hinter die bekannte Fassade eines erfolgreichen Spiels. Besonders bei großen Reihen entsteht leicht der Eindruck, jede Entscheidung sei früh festgelegt gewesen. Housers Erzählung deutet eher darauf hin, dass sich die Richtung von Red Dead Redemption Stück für Stück entwickeln musste.

Warum ein fokussiertes Team entscheidend war

Als wichtigen Grund dafür, dass das Projekt nicht scheiterte, nennt Houser die Kernmitglieder des Teams. Sie seien stark darin gewesen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten und immer neue Probleme zu lösen. Das ist keine spektakuläre Erklärung, passt aber zu seiner Beschreibung der Entwicklung.

Wenn ein Spiel noch nicht genau weiß, was es sein möchte, helfen zusätzliche Ideen allein nicht unbedingt weiter. Wichtiger wird, welche davon weiterverfolgt werden und welche Probleme zuerst gelöst werden müssen. Bei Red Dead Redemption musste Rockstar laut Houser offenbar genau diese Entscheidungen treffen, während das Projekt weiterlief.

Houser nennt in diesem Zusammenhang auch Bully sowie andere Spiele, die letztlich nie erschienen sind. Seine Erinnerung macht damit klar, dass ein bekannter Name oder ein interessantes Konzept keine Garantie dafür sind, dass ein Projekt tatsächlich fertig wird. Manche Spiele finden rechtzeitig ihre Form, andere nicht.

Wer Housers Aussagen vollständig hören möchte, findet das Interview mit IGN.

Zur Reihe gibt es derzeit keine bestätigten neuen Pläne

Die Aussagen sind ein Rückblick, keine Ankündigung für die Zukunft der Reihe. Rockstar Games hat nicht verraten, ob und in welcher Form Red Dead Redemption weitergeführt wird.

Es gibt zwar seit Monaten Gerüchte über eine native Umsetzung von Red Dead Redemption 2 für PlayStation 5 und Xbox Series. Der Brancheninsider NateTheHate vermutete Ende Juni, dass Rockstar eine solche Fassung zunächst zurückhalten könnte, während GTA 6 Vorrang erhält. Möglich sei laut ihm auch, dass sich frühere Pläne verändert haben. Eine Bestätigung von Rockstar Games oder Take-Two Interactive gibt es dazu aber nicht.

Gerade deshalb sollte man Housers Interview nicht als Hinweis auf ein baldiges Red-Dead-Comeback lesen. Es erzählt vor allem etwas über den Weg zum ersten Red Dead Redemption: Ein Spiel, das heute fest zum Katalog von Rockstar gehört, musste seine eigene Form erst mühsam finden.

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