Zach Creggers Resident Evil hat nach seinem zweiten Kinowochenende in Nordamerika rund 103,5 Millionen US-Dollar eingespielt. Damit ist der Film dort nun der erfolgreichste Teil der bisherigen Reihe und zugleich der erste, der auf diesem Markt die Marke von 100 Millionen US-Dollar überschreitet.
Für Spieler ist das mehr als eine weitere Box-Office-Zahl: Der Erfolg zeigt, dass eine Verfilmung nicht zwingend bekannte Spielfiguren oder eine Szene-für-Szene-Nacherzählung braucht, um Interesse zu wecken. Creggers Film nimmt offenbar einen anderen Weg durch Raccoon City.
Ein Rekord mit deutlichem Abstand
Der bisherige Spitzenwert eines Resident Evil-Films in Nordamerika lag bei 60,1 Millionen US-Dollar. Resident Evil: Afterlife hielt diesen Rekord, bis Creggers neuer Film ihn schon nach zwei Wochen deutlich übertraf. Die 103,5 Millionen US-Dollar stammen laut den vorliegenden Zahlen allein aus Nordamerika.
Weltweit steht der Film nach zwei Wochen bei mehr als 196,4 Millionen US-Dollar. Das Produktionsbudget soll bei etwa 75 Millionen US-Dollar liegen. Ob der Film am Ende auch weltweit zum erfolgreichsten Kinoteil wird, ist noch nicht entschieden. Der bisherige Bestwert der Reihe liegt bei 314 Millionen US-Dollar und wird von Resident Evil: The Final Chapter gehalten.
Dass diese Marke nun erreichbar wirkt, heißt nicht automatisch, dass sie fällt. Kinofilme können in den nächsten Wochen sehr unterschiedlich weiterlaufen. Die bisherigen Einnahmen machen aber klar: Dieser Start ist für die Reihe ungewöhnlich stark.
Nicht Leon oder Jill, sondern ein Kurier im Chaos
Der Film setzt nicht auf eine der bekannten Hauptfiguren aus den Spielen. Im Mittelpunkt steht Bryan, ein von Austin Abrams gespielter Medizinkurier. Er gerät während des Ausbruchs in Raccoon City in die falsche Situation und muss als überforderter Zivilist durch die Nacht kommen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen früheren Ansätzen. Statt eine vertraute Handlung mit bekannten Helden nachzuspielen, nimmt der Film die Lage, die Fans aus den Spielen kennen: eine Stadt im Ausnahmezustand, eine Person ohne Kontrolle über die Situation und die Aufgabe, irgendwie zu überleben. Gerade dieses Gefühl passt grundsätzlich gut zu einer Reihe, deren stärkste Momente oft daraus entstehen, dass Ressourcen knapp sind und jeder Weg gefährlich sein kann.
Dazu kommen laut den Angaben im Briefing deutliche Gewaltdarstellungen und Humor, wie man ihn von Cregger kennt. Diese Mischung ist natürlich nicht für jeden Geschmack gedacht. Sie erklärt aber, warum der Film eher als eigenständiger Horrorfilm im Resident Evil-Universum funktioniert als als bloßes Wiederholen bekannter Szenen.
Gute Reaktionen helfen dem Kinostart
Neben den Einnahmen fallen auch die bisherigen Bewertungen auf. Bei Rotten Tomatoes liegt der Film bei 96 Prozent bei den Kritiken und 91 Prozent beim Publikum. Solche Werte sagen nicht, ob einem der Film selbst gefällt. Sie können aber helfen, wenn sich Zuschauer nach dem ersten Wochenende über Empfehlungen entscheiden.
Gerade bei einer Marke mit vielen früheren Filmen ist das wichtig. Wer die Spiele kennt, erwartet oft bestimmte Figuren, Monster oder Geschichten. Ein neuer Blickwinkel kann deshalb schnell als Risiko wirken. Wenn Kritiker und Publikum den Film überwiegend positiv aufnehmen, ist es leichter, diese Abweichung zu akzeptieren.
Eine Fortsetzung ist noch nicht bestätigt
Cregger hat bereits gesagt, dass er Ideen für einen weiteren Film hat. Eine Fortsetzung wurde jedoch nicht angekündigt. Die starken Einnahmen und Reaktionen liefern dafür zwar ein gutes Argument, ersetzen aber keine offizielle Entscheidung.
Der Film läuft in Deutschland seit dem 17. September 2026 im Kino. Für die Reihe könnte sein Erfolg vor allem eines bedeuten: Künftige Geschichten müssen nicht immer dieselben bekannten Namen nach vorn stellen. Raccoon City bietet offenbar noch genug Raum für neue Figuren, solange der Horror und das Überlebensgefühl der Spiele nicht verloren gehen.