Konami plant offenbar schon über die aktuelle Rückkehr von Silent Hill hinaus. Serienproduzent Motoi Okamoto sagt, dass bereits über eine zweite und dritte Welle neuer Projekte nachgedacht wird. Konkrete Spiele, Studios oder Termine hat das Unternehmen dafür allerdings noch nicht genannt.
Die wichtige Nachricht ist deshalb weniger ein einzelnes neues Spiel als die Richtung: Silent Hill soll offenbar nicht wieder nach wenigen Veröffentlichungen verschwinden. Nach dem Remake von Silent Hill 2, Silent Hill f und Silent Hill: Townfall will Konami die Reihe langfristig weiterführen.
Mehrere Spiele sollten Vertrauen zurückbringen
Okamoto beschreibt die ersten drei Veröffentlichungen als bewusstes Risiko. Innerhalb von drei Jahren drei vollwertige Titel rund um eine lange ruhende Horrorreihe zu veröffentlichen, sei keineswegs selbstverständlich gewesen. Dass diese erste Phase vollständig abgeschlossen werden konnte und die Spiele laut ihm Anerkennung erhalten haben, wertet er als große Erleichterung.
Seine Aussagen erklären auch, warum Konami nicht einfach nur auf das Remake von Silent Hill 2 gesetzt hat. Ein einzelnes Spiel hätte aus seiner Sicht nicht gereicht, um zu zeigen, dass die Marke wieder dauerhaft wichtig ist. Gerade weil das frühere Projekt Silent Hills nie fertiggestellt wurde, musste Konami erst beweisen, dass angekündigte Vorhaben diesmal tatsächlich erscheinen.
Das ist ein nachvollziehbarer Gedanke. Ein Remake kann Fans beruhigen, weil es auf einer bekannten Vorlage basiert. Drei unterschiedliche Spiele senden aber ein stärkeres Signal: Die Reihe soll nicht nur von einer Erinnerung leben, sondern wieder mehrere Ideen und Spielarten zulassen. Silent Hill f mit seinem Japan der 1960er-Jahre und Townfall zeigen bereits, dass Konami den Namen nicht auf einen einzigen Ort, eine einzelne Figur oder nur auf Neuauflagen festlegen will.
Die nächste Phase ist noch kein konkretes Programm
Bei aller Vorfreude bleibt wichtig: Die zweite und dritte Welle sind bislang nur ein Planungsrahmen. Okamoto spricht von mehreren Projekten, die geprüft werden. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, welche davon tatsächlich produziert werden, wann sie erscheinen oder ob sie neue Geschichten, Remakes oder etwas ganz anderes werden.
Bestätigt ist bisher nur ein weiterer Schritt: Bloober Team, das auch das Remake von Silent Hill 2 entwickelt hat, arbeitet nun an einer Neuauflage des ersten Silent Hill von 1999. Damit bekommt die Reihe auf jeden Fall noch einmal einen Blick zurück zu ihren Anfängen. Alles Weitere sollte man erst dann als fest ansehen, wenn Konami selbst Details nennt.
Für Fans ist das trotzdem mehr als eine vage Standardaussage. Okamoto spricht nicht davon, nach dem jetzigen Paket irgendwann weiterzusehen, sondern davon, dass die Planung für spätere Wellen bereits nötig ist. Das deutet darauf hin, dass die aktuelle Reihe von Veröffentlichungen als Grundlage gedacht ist, nicht als einmalige Aktion.
Externe Studios bleiben wohl Teil des Plans
Spannend ist außerdem, wie Konami diese Fortsetzung organisieren könnte. Bei den jüngsten Spielen arbeiteten unterschiedliche externe Teams an der Marke. Okamoto hatte zuvor erkennen lassen, dass er dieses Partner-Modell weiter nutzen möchte. Das würde bedeuten, dass kommende Silent Hill-Spiele nicht zwingend alle gleich aussehen oder dieselben Ideen verfolgen müssen.
Das kann für eine Horrorreihe ein Vorteil sein. Verschiedene Entwickler können unterschiedliche Schwerpunkte setzen, solange Konami darauf achtet, dass der Name nicht beliebig wird. Das Remake des ersten Teils durch Bloober Team ist dabei ein klarer, bereits bestätigter Baustein. Die erwähnten weiteren Projekte sind dagegen noch offen.
Konami hat damit vor allem eines angekündigt: Die aktuelle Rückkehr von Silent Hill soll weitergehen. Welche Spiele die nächsten Wellen bilden, bleibt die entscheidende offene Frage.