Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch die Skydance Corporation ist abgeschlossen. Der Konzern bündelt nun auch seine Spielebereiche: Paramount und Warner Bros. werden künftig in einer gemeinsamen Division für Games and Experiences geführt. Damit landen bekannte Entwicklungsstudios und zahlreiche große Unterhaltungsmarken innerhalb derselben Unternehmensgruppe.
Die Leitung übernimmt Tony Driscoll als President of Games and Experiences. Er war zuvor unter anderem in verantwortlichen Positionen bei Paramount, Epic Games und Warner Bros. tätig. Seine Aufgabe wird nicht nur darin bestehen, viele Teams zu verwalten. Entscheidend ist, welche Projekte Skydance mit ihnen verfolgt und wie viel Eigenständigkeit die einzelnen Studios behalten.
Viele bekannte Studios, aber noch kein neuer Spieleplan
Zur neuen Division gehören die bisherigen Teams von Warner Bros. Games. Dazu zählen Avalanche Software, Rocksteady Studios, NetherRealm Studios und TT Games sowie die Niederlassungen in Montreal und Boston. Hinzu kommen Skydance New Media, Skydance Interactive und das erst im Sommer gegründete Paramount Games Studio.
Die Mannschaften bringen sehr unterschiedliche Erfahrungen mit. Avalanche Software entwickelte Hogwarts Legacy, Rocksteady ist für die Batman-Arkham-Reihe bekannt und NetherRealm arbeitet an Kampfspielen wie Mortal Kombat. TT Games steht vor allem für Spiele mit der LEGO-Lizenz. Skydance New Media arbeitet derzeit an Marvel 1943: Rise of Hydra und einem noch nicht vorgestellten Star-Wars-Projekt.
Diese Sammlung klingt auf dem Papier gewaltig. Sie beantwortet aber noch nicht die für Spieler wichtigste Frage: Welche dieser Teams dürfen langfristig ihre eigenen Stärken ausspielen? Eine gemeinsame Konzernstruktur erzeugt schließlich nicht automatisch neue Spiele. Bisher wurde weder ein zusätzliches Projekt angekündigt noch bestätigt, dass bestimmte Marken an andere Studios wechseln.
Gemeinsamer Besitz macht Crossover noch nicht zur Realität
Unter dem neuen Dach treffen unter anderem DC, die Wizarding World, Game of Thrones, Der Herr der Ringe und Mortal Kombat auf Marken wie Star Trek, Mission: Impossible, South Park und SpongeBob Schwammkopf. Auch die Ninja Turtles und Avatar: Der Herr der Elemente gehören zum umfangreichen Angebot.
Damit werden Kombinationen möglich, die zuvor an getrennten Unternehmensgrenzen scheiterten. Ein Kampfspiel mit Figuren der Ninja Turtles oder ein neues großes Einzelspielerprojekt in einem der vielen Film- und Serienuniversen wäre denkbar. Solche Beispiele bleiben momentan jedoch Spekulation. Es gibt keine entsprechende Ankündigung.
Das ist eine wichtige Grenze dieser Nachricht. Die eigentliche Veränderung liegt zunächst in der Organisation: Studios, Verantwortliche und Marken befinden sich nun näher beieinander. Ob daraus ungewöhnliche Projekte entstehen oder Skydance lieber bekannte Reihen einzeln fortführt, ist offen.
Der Umgang mit den Teams wird entscheidend
Warner Bros. Games hatte zuletzt sehr unterschiedliche Ergebnisse. Hogwarts Legacy war ein großer Erfolg, während Suicide Squad: Kill the Justice League die Erwartungen nicht erfüllte. Die neue Führung übernimmt deshalb nicht einfach nur einen gut gefüllten Markenkatalog, sondern auch Studios mit verschiedenen Situationen und Aufgaben.
Driscoll bezeichnete die Entwickler in einer Nachricht an die Beschäftigten sinngemäß als Schöpfer und Verwalter dieser Spielwelten. Das setzt einen passenden Ton, ist aber noch keine konkrete Strategie. Für Spieler wird die Zusammenlegung erst dann wirklich interessant, wenn Skydance erklärt, welche Teams an welchen Marken arbeiten und ob bereits laufende Projekte von der neuen Struktur betroffen sind.