Paramount soll Warner Bros. Discovery für rund 111 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der neue Mutterkonzern soll Skydance heißen. Für Gaming-Fans ist das vor allem deshalb wichtig, weil Warner Bros. Games mit Marken wie Mortal Kombat, Batman: Arkham, Hogwarts Legacy und den LEGO-Spielen künftig unter diesem Dach landet.
Der Deal darf nach einer Entscheidung einer US-Bundesrichterin und einer Einigung in einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten offenbar weitergehen. Der Abschluss soll spätestens am 6. Oktober erfolgen. David Ellison hat den Namen Skydance bereits öffentlich bestätigt. Die bekannten Namen Paramount Pictures und Warner Bros. sollen dagegen bestehen bleiben, statt in einer komplett neuen Marke aufzugehen. Ellisons Ankündigung zum neuen Namen zeigt genau diesen Plan.
Für Spieler bedeutet das nicht automatisch, dass sich morgen etwas an ihren Reihen ändert. Aber die Firmenstruktur hinter mehreren großen Spielemarken wird deutlich größer und anders organisiert.
Warner Bros. Games wird Teil eines riesigen Pakets
Warner Bros. Games bringt einige Reihen mit, die sehr unterschiedliche Spieler ansprechen. Dazu gehören die Prügelspiele von NetherRealm rund um Mortal Kombat, die Batman: Arkham-Spiele, Hogwarts Legacy und die LEGO-Titel von TT Games.
Diese Marken stehen künftig neben vielen Film- und Serienrechten im Skydance-Portfolio. Genannt werden unter anderem DC, Harry Potter, Der Herr der Ringe, Game of Thrones, Star Trek, Top Gun und Yellowstone. Gerade für Games ist das eine auffällige Sammlung, weil viele dieser Welten grundsätzlich genug Figuren, Orte und Geschichten für neue Spiele bieten würden.
Das ist aber noch keine Ankündigung für neue Projekte. Skydance hat bislang nicht erklärt, welche Reihen bei Warner Bros. Games fortgesetzt werden, welche Studios welche Aufgaben bekommen oder ob sich die Arbeit an laufenden Spielen verändert. Fans sollten deshalb nicht aus dem neuen Namen direkt auf konkrete Fortsetzungen schließen.
Spannend ist trotzdem, wie viele bekannte Marken nun unter einer Führung zusammenkommen. Bei Lizenzspielen kann das wichtig werden, weil Entscheidungen über Filme, Serien und Spiele dann näher beieinanderliegen. Ob das später zu mehr gemeinsamen Projekten führt, wurde allerdings nicht bestätigt.
Skydance kennt Spiele bereits, aber offene Fragen bleiben
Skydance startet nicht bei null im Spielebereich. Die Studios des Unternehmens haben bereits The Walking Dead: Saints & Sinners veröffentlicht, das als VR-Spiel bekannt wurde. Außerdem arbeitet Skydance an Marvel 1943: Rise of Hydra, dem Spiel von Amy Hennig.
Dieses Marvel-Projekt hat allerdings weiterhin keinen festen Veröffentlichungstermin. Nachdem die Teams Anfang Juni als Paramount Games Studio zusammengefasst worden waren, wurde das Spiel erneut verschoben. Auch daran sieht man: Die neue Firmenstruktur sagt noch nicht, wann einzelne Spiele erscheinen oder wie schnell sich Pläne tatsächlich umsetzen lassen.
Parallel steht auch bei den Streaming-Diensten ein Umbau im Raum. HBO Max und Paramount+ sollen künftig unter einer gemeinsamen Führung stehen. Casey Bloys, bisher bei HBO Max verantwortlich, soll das kombinierte Streaming-Geschäft leiten. Ob beide Dienste zusammengelegt werden oder als günstigeres Paket erscheinen, ist noch nicht entschieden.
Für Warner Bros. Games bleibt damit vor allem eine Frage offen: Wie viel Platz bekommt der Spielebereich in einem Konzern, der nun gleichzeitig Filme, Serien, Streaming und sehr viele bekannte Marken steuern will? Der Name Skydance ist beschlossen. Was daraus für Mortal Kombat, DC-Spiele, LEGO-Abenteuer oder die nächste große Harry-Potter-Produktion entsteht, muss das Unternehmen erst noch zeigen.