Zwei Männer kämpfen in einer urbanen Umgebung, ein weiterer Mann liegt am Boden.
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Sleeping Dogs 2: Warum weniger offene Welt mehr bringen könnte

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Sleeping Dogs 2 ist nicht angekündigt. Ein ehemaliger Designer erklärt aber, welche Bedingungen ein neues Spiel erfüllen müsste und warum eine kleinere offene Welt sogar sinnvoller sein könnte.

Ein neues Sleeping Dogs ist nicht angekündigt. Trotzdem hat Alastair Cornish, früher Designer beim ersten Teil, erklärt, warum er eine Fortsetzung nicht grundsätzlich ausschließt. Seine Aussagen machen vor allem eines klar: Ein zweiter Teil würde nicht einfach davon abhängen, ob genug Fans danach fragen. Er müsste wirtschaftlich machbar sein und einen guten Grund haben, wieder eine offene Welt zu bauen.

Das ist für die Reihe wichtiger als die bloße Frage, ob irgendwann ein Logo mit der Zahl 2 erscheint. Sleeping Dogs kam 2012 heraus, doch der geplante Nachfolger wurde kurz darauf nicht weiterentwickelt. Cornish nennt dafür nicht fehlende Ideen als Hauptgrund, sondern die hohen Kosten der Produktion und den damaligen Standort von United Front Games in Vancouver.

Eine Rückkehr braucht ein Team mit klaren Grenzen

Cornish beschreibt die Einstellung des Sequels als enttäuschend, kann die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht aber verstehen. Große Spiele mit offenen Städten verschlingen schnell viel Geld. Wenn ein Studio dabei auf besonders aufwendige Grafik, große Mengen an Inhalten und lange Produktionszeiten setzt, wird aus einer beliebten Marke noch nicht automatisch ein sicheres Projekt.

Seiner Einschätzung nach könnte eine Fortsetzung heute nur entstehen, wenn mehrere Dinge zusammenpassen: ein erfahrenes und leidenschaftliches Team, ein genauer Blick auf die Ausgaben und eine ehrliche Vorstellung davon, was dieses Team tatsächlich schaffen kann. Auch die gewünschte visuelle Qualität, der angesprochene Markt sowie Werkzeuge und Techniken, die Kosten senken könnten, spielten dabei eine Rolle.

Das klingt zunächst nüchtern, ist für Fans aber keine schlechte Nachricht. Cornish sagt eben nicht, dass die Reihe keine Chance mehr habe. Er sagt vielmehr, dass ein möglicher Nachfolger von Anfang an anders geplant werden müsste als ein riesiges Prestigeprojekt, das sich nur über seine Größe verkauft.

Die offene Welt müsste wieder eine Aufgabe haben

Besonders interessant ist Cornishs Kritik an manchen Open-World-Spielen. Seiner Ansicht nach sollte ein Entwickler zuerst beantworten können, warum ein Spiel überhaupt eine frei begehbare Welt braucht. Eine Karte nur mit vielen Standardaktivitäten, Sammelaufgaben und Beschäftigungen zu füllen, wäre kein überzeugender Grund.

Für ein mögliches Sleeping Dogs 2 wäre das eine wichtige Designfrage. Eine offene Stadt kann spannend sein, wenn sie Kämpfe, Wege durch die Umgebung und die Geschichte sinnvoll verbindet. Sie kann aber auch unnötig groß wirken, wenn sie vor allem dazu dient, Aufgaben weit auseinanderzuziehen. Cornish stellt deshalb sogar die Möglichkeit in den Raum, dass ein lineares Action-Adventure manchmal die bessere Form sein könnte.

Genau darin steckt eine vernünftige Hoffnung für die Marke. Eine Fortsetzung müsste nicht zwangsläufig versuchen, jedes andere Open-World-Spiel zu übertreffen. Vielleicht wäre ein klar abgegrenztes Spiel mit einer Stadt, die wirklich für ihre Missionen und Kämpfe gebraucht wird, die bessere Antwort. Das ist keine bestätigte Richtung, sondern eine Schlussfolgerung aus Cornishs Kritik. Sie zeigt aber, dass ein kleinerer Plan nicht automatisch ein weniger interessantes Spiel bedeuten würde.

Der Film könnte neues Interesse wecken

Zusätzlichen Schwung könnte die geplante Verfilmung bringen. Simu Liu arbeitet an einem Sleeping Dogs-Film, für den laut den vorliegenden Angaben noch eine letzte Hürde bei Square Enix genommen werden muss, bevor Dreharbeiten beginnen können. Timo Tjahjanto, bekannt für Nobody 2 und The Night Comes for Us, soll Regie führen.

Ein Filmerfolg wäre natürlich keine Garantie für ein neues Spiel. Er könnte aber mehr Menschen auf die Marke aufmerksam machen und damit genau die günstige Lage schaffen, von der Cornish spricht. Liu hat seine Wunschreihenfolge bereits deutlich gemacht: erst der Film, dann ein Nachfolger für die Spielreihe.

Bis dahin bleibt Sleeping Dogs 2 eine Möglichkeit, keine Ankündigung. Cornishs Aussagen sind trotzdem mehr als ein vages „vielleicht“. Sie zeigen ziemlich genau, welche Fehler ein neues Projekt vermeiden müsste: zu hohe Kosten, eine zu große Welt ohne klare Funktion und ein Plan, der größer ist als das Team ihn tragen kann.

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