Die Erweiterung The Witcher 3: Songs of the Past soll Rittersporn deutlich ernster nehmen als es das Hauptspiel oft konnte. Fool’s Theory plant nicht bloß ein Wiedersehen mit dem Barden, sondern will seine Vergangenheit, seine Familie und seine Beziehung zu Geralt stärker in den Mittelpunkt stellen.
Das ist die wichtigste neue Aussage aus einem Gespräch mit Jakub Rokosz, dem Game Director der Erweiterung. Einen festen Termin gibt es weiterhin nicht. CD Projekt und Fool’s Theory sprechen nur von einem geplanten Release im nächsten Jahr.
Mehr als der Freund für lockere Momente
Rittersporn, auch Julian Alfred Pankratz Vicomte de Lettenhove genannt, gehört in The Witcher 3 zu den Figuren, die sofort auffallen. Er ist laut, redet viel und bringt oft etwas Leichtigkeit in Geralts ziemlich gefährliche Welt. Genau das kann aber auch dazu führen, dass man ihn vor allem als Figur für lustige Szenen im Kopf behält.
Fool’s Theory will diesen Blick offenbar erweitern. Rokosz sagt, dass Rittersporn im Hauptspiel nicht genug Raum bekommen habe, um ihm wirklich gerecht zu werden. Für die Erweiterung soll deshalb gezeigt werden, was hinter seiner Rolle als Spaßvogel steckt.
Bestätigt ist dabei, dass seine Herkunft und seine Familie eine Rolle spielen sollen. Auch seine Zeit als Professor an der Universität von Oxenfurt wird als Teil seiner Hintergrundgeschichte genannt. Rittersporn ist also nicht einfach nur Geralts alter Freund mit vielen Geschichten und Liedern. Das Studio möchte stärker zeigen, dass er intelligent ist, Gedichte schreibt und ein Leben außerhalb der bekannten Abenteuer mit dem Hexer hatte.
Für Fans ist das spannend, weil die Erweiterung damit eine Figur nicht nur zurückholt, sondern ihr eine neue Seite geben möchte. Gerade bei einer langen Geschichte wie The Witcher 3 kann das besser funktionieren als eine Handlung, die nur noch größer und gefährlicher werden will.
Geralt wird wegen ihrer Freundschaft hineingezogen
Die Geschichte soll außerdem nicht losgelöst von Geralt stattfinden. Laut Senior Quest Designerin Despoina Anetaki ist die enge Freundschaft der beiden ein wichtiger Grund dafür, dass der Hexer wieder in das Geschehen gerät.
Das passt zu dem, was bisher über Songs of the Past bekannt ist: Geralt reist in das idyllische Letten. Die Erweiterung entsteht gemeinsam mit Fool’s Theory und soll zwar auch eine Brücke zu den Ereignissen von The Witcher 4 schlagen. Im Zentrum steht aber offenbar ein persönlicheres Kapitel aus Rittersporns Leben.
Anetaki erklärt, dass das Team dafür erneut auf die ursprünglichen Witcher-Bücher geschaut hat. Dadurch sollen weitere Aspekte der Figur in die Erweiterung einfließen. Welche Familienmitglieder vorkommen, was genau in Letten passiert oder wie groß Rittersporns Anteil im Spiel am Ende wird, wurde noch nicht verraten.
Diese offenen Punkte sind wichtig. Bisher gibt es keine bestätigten Details zu Quests, Kämpfen oder dem Umfang der Erweiterung. Sicher ist nur die Richtung: Songs of the Past will eine bekannte Figur nicht auf ihre lustigsten Momente reduzieren.
Warum dieser Ansatz für die Erweiterung passt
The Witcher 3 hat viele Figuren, die Geralt auf seinem Weg begleiten. Rittersporn ist aber besonders eng mit ihm verbunden. Wenn die Erweiterung diese Freundschaft nutzt, muss sie nicht so tun, als beginne für Geralt plötzlich ein völlig neues Abenteuer. Sie kann stattdessen bei einer Beziehung ansetzen, die Spieler schon kennen.
Genau darin liegt die Chance für Songs of the Past. Eine Geschichte über Rittersporns Vergangenheit könnte zeigen, warum er für Geralt mehr ist als ein Begleiter, der in schwierigen Momenten einen Spruch macht. Ob Fool’s Theory dieses Versprechen auch in eine starke Handlung verwandelt, bleibt natürlich offen. Die bisherigen Aussagen machen aber klar, dass Rittersporn diesmal nicht nur am Rand stehen soll.
Wer die vollständigen Aussagen nachlesen möchte, findet sie im Interview mit TechRadar Gaming.