Sony Music Entertainment Japan steigt bei GungHo Online Entertainment ein und soll nach Abschluss der Transaktion größter Anteilseigner des Publishers werden. Geplant ist der Kauf von 23,29 Prozent der Stimmrechte. Für Spieler ist dabei weniger die reine Summe wichtig als die geplante Zusammenarbeit: Beide Unternehmen wollen ausloten, ob daraus neue Mobile-, Konsolen- und PC-Spiele sowie Crossover entstehen können.
GungHo ist vor allem durch Puzzle & Dragons bekannt. Sony Music Entertainment Japan bringt dagegen ein großes Umfeld aus Musik, Anime und weiteren Medien mit. Konkrete Spiele oder Kooperationen wurden allerdings noch nicht vorgestellt. Die Vereinbarung ist zuerst ein Rahmen, in dem die Partner gemeinsame Projekte prüfen und ihre Details noch aushandeln müssen.
Der Deal bringt Sony Einfluss, aber keine komplette Übernahme
Sony Music Entertainment Japan übernimmt 12.006.500 Aktien von SON Financial außerhalb der Börse. Der Preis liegt bei ungefähr 28,6 Milliarden Yen, was im Briefing mit rund 154 Millionen Euro angegeben wird. Verkäufer ist damit der bisherige Großaktionär aus dem Gründerumfeld um Taizo Son, der seinen gesamten Bestand abgibt.
Der Abschluss soll am 30. Dezember 2026 erfolgen. Vorher brauchen die Beteiligten noch die nötigen Freigaben der Behörden. Dazu gehört eine Anmeldung bei der japanischen Fair Trade Commission. Bis alles durch ist, bleibt es also bei einer angekündigten Transaktion und nicht bei einem bereits vollzogenen Eigentümerwechsel.
Wichtig ist: GungHo soll weiter eigenständig geführt werden und an der Tokioter Börse im Prime Market bleiben. Sony Music Entertainment Japan hat laut Mitteilung zugesagt, diese Unabhängigkeit zu respektieren, solange GungHo börsennotiert ist. Sony bekommt damit keine vollständige Kontrolle über den Publisher, aber genug Anteile für spürbaren Einfluss.
Neue Spiele sind möglich, bisher aber nicht bestätigt
Die vereinbarte Kapital- und Geschäftsallianz nennt drei Bereiche. GungHo und Sony Music Entertainment Japan prüfen gemeinsame Entwicklung und Betrieb von Spielen für Smartphones, Konsolen und PC. Außerdem stehen Kollaborationen und Crossover-Events in GungHo-Titeln auf der Liste.
Am spannendsten ist der dritte Punkt: Neue Spiele könnten auf Marken aus der Gruppe von Sony Music Entertainment Japan basieren. Das klingt nach einer großen Chance für bekannte Inhalte aus deren Umfeld, ist aber noch keine Ankündigung für ein bestimmtes Spiel. Weder eine Marke noch ein Genre, ein Studio oder ein Termin wurden genannt.
Zur Gruppe gehört unter anderem Aniplex, das Fate/Grand Order betreibt. Deshalb liegt der Gedanke an mehr Verbindungen zwischen GungHo und Anime- oder Mobile-Marken nahe. Sicher ist bisher nur, dass die Unternehmen solche Projekte prüfen wollen. Fans sollten also nicht davon ausgehen, dass ein bestimmtes Crossover bereits beschlossen ist.
Ganz neu ist die Verbindung nicht. GungHo lizenziert schon jetzt Audio- und Videoinhalte aus der Sony-Music-Gruppe für eigene Spiele. Auch gemeinsame Entwicklungsprojekte laufen bereits. Der Aktienkauf baut also auf einer bestehenden Zusammenarbeit auf, statt zwei bisher völlig getrennte Firmen plötzlich zusammenzubringen.
Welche Grenzen für beide Seiten gelten
Sony Music Entertainment Japan erhält bei bestimmten Entscheidungen Mitspracherechte. Wenn GungHo eine Allianz mit einem anderen Unternehmen eingehen möchte, die die neue Zusammenarbeit deutlich stören könnte, braucht es dauerhaft eine Zustimmung. Außerdem bekommt Sony Music Entertainment Japan ein Bezugsrecht für künftige Aktienausgaben, damit der Anteil gehalten werden kann.
Bis zum Abschluss gibt es zusätzlich einen Schutz vor einer schnellen Verwässerung. Bestimmte Aktienmaßnahmen, die den Anteil direkt nach dem Kauf unter 22,65 Prozent drücken würden, benötigen vorher eine schriftliche Zustimmung. Fallen die Stimmrechte der Sony-Music-Gruppe später unter 15 Prozent, werden diese Klauseln ausgesetzt.
GungHo schätzt den Einfluss dieser Regeln auf die eigene Unternehmensführung als gering ein. Gleichzeitig darf der Publisher sensible Informationen zu Geschäften außerhalb der Zusammenarbeit abschirmen. Das zeigt: Die Allianz soll enger werden, aber GungHo soll nicht einfach zu einer Abteilung von Sony werden.
Für Spieler bleibt vor allem die Frage offen, welche Projekte aus der Partnerschaft wirklich entstehen. Die Vereinbarung macht neue Spiele und Events mit Marken aus dem Sony-Music-Umfeld möglich. Bis es Namen, Bilder oder Termine gibt, ist das aber eher eine Richtung als ein fertiger Plan.