Sony nimmt laut einer Auswertung pro aktivem PlayStation-Konto deutlich mehr Geld ein als noch in der PS4-Zeit. Der entscheidende Punkt ist aber nicht nur die Zahl selbst: Für Sony ist die große bestehende Nutzerbasis gerade wichtiger als möglichst viele weitere Konsolenverkäufe.
Daniel Ahmad von Niko Partners kommt auf einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 37.485 Yen je aktivem PlayStation-Nutzer im Geschäftsjahr 2025. Im Geschäftsjahr 2018 waren es demnach 23.580 Yen. Das wären ein Plus von 59 Prozent. Seine Rechnung hat Ahmad auf X veröffentlicht.
Die PS5 verdient auch ohne neuen Konsolenkauf Geld
Der Umsatz pro Nutzer stieg laut Ahmad auch dann, wenn Hardware nicht mitgerechnet wird: von etwa 90 Euro im Geschäftsjahr 2018 auf 149 Euro im Geschäftsjahr 2025. Das zeigt, warum Spiele, Zusatzinhalte, Mikrotransaktionen und höhere PS-Plus-Stufen für Sony so wichtig sind.
Für Spieler heißt das nicht automatisch, dass jeder mehr ausgibt. Es zeigt nur den Durchschnitt über die aktiven Konten. Trotzdem erklärt die Zahl, warum Sony seine vorhandenen Nutzer möglichst lange im PlayStation-Netzwerk halten will. Wer dort Spiele kauft, Abos nutzt oder Inhalte in Spielen bezahlt, bleibt auch nach dem Konsolenkauf wirtschaftlich relevant.
In den vergangenen ein bis zwei Jahren hat sich dieses Wachstum nach Ahmads Angaben allerdings kaum noch bewegt. Der große Sprung ist also nicht einfach jedes Jahr genauso weitergegangen.
Hoher Umsatz ist nicht automatisch hoher Gewinn
Die Zahlen sollte man nicht mit Gewinn verwechseln. Höhere Preise für Konsolen können Sonys Umsatz erhöhen, gleichzeitig steigen aber möglicherweise auch die Kosten für Bauteile. Bei Spielen sieht es ähnlich aus: Mehr Einnahmen bedeuten nicht automatisch, dass am Ende mehr übrig bleibt, weil Entwicklung ebenfalls teuer ist. Auch Inflation spielt in den Vergleich hinein.
Sony-CEO Hiroki Totoki beschrieb die Lage trotzdem als günstig für die aktuelle Phase der PS5. Die Konsole befindet sich laut ihm in der zweiten Hälfte ihres Lebenszyklus. Sony müsse sie deshalb nicht mehr so stark vermarkten wie zu Beginn, sondern könne sich auf die vorhandene Basis konzentrieren.
Das ist eine andere Aussage als: Steigende Hardwarekosten seien grundsätzlich gut. Sie treffen Sony gerade in einer Phase, in der die PS5 schon weit verbreitet ist. Mehr als 95 Millionen Geräte wurden ausgeliefert, dazu nannte Totoki rund 125 Millionen monatlich aktive Nutzer im PlayStation-Netzwerk.
Für eine neue Konsole wäre die Rechnung schwieriger
Bei einer möglichen nächsten PlayStation wäre die Situation wohl deutlich härter. Dann müsste Sony wieder viele Menschen vom Kauf neuer Hardware überzeugen, während hohe Bauteilpreise direkt in die Preisplanung einfließen. Ein hoher Einstiegspreis könnte es schwieriger machen, schnell eine große Spielerschaft aufzubauen.
Genau darin steckt die wichtige Nachricht hinter den Umsatzwerten: Die PS5 kann Sony aktuell stärker über ihre Nutzerbasis tragen. Ob dieselbe Rechnung auch für eine neue Konsolengeneration funktioniert, ist offen.