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Sonys Digitalumsatz wächst, doch die Zahlen brauchen Kontext

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Digitale Spiele bringen Sony deutlich mehr Umsatz als Disc-Versionen. Die Zahlen zeigen aber auch, wie stark Preise, Store-Abrechnung und Wechselkurse mitwirken.

Sonys Einnahmen aus digitalen Vollversionen haben sich zwischen den Geschäftsjahren 2019 und 2025 deutlich stärker entwickelt als das Geschäft mit Disc-Spielen. Die Gegenüberstellung zeigt aber auch: Der große Abstand erklärt sich nicht nur damit, dass mehr Menschen digital kaufen. Preise, die Abrechnung im PlayStation Store und Wechselkurse verändern das Bild erheblich.

Über physische und digitale Vollversionen, Zusatzinhalte sowie PlayStation Plus zusammen stieg der Umsatz laut einer Auswertung von Sonys Geschäftsberichten von 1.463 auf 3.304 Milliarden Yen. Das entspricht einem Plus von 126 Prozent. Für Spieler ist vor allem interessant, welche Bereiche dieses Wachstum tragen und welche Zahlen sich nicht direkt vergleichen lassen.

Digitale Verkäufe wachsen, Disc-Spiele kaum

Digitale Vollversionen legten von 376 auf 1.056 Milliarden Yen zu. Bei Disc-Spielen fiel der Anstieg mit sieben Prozent viel kleiner aus: Die Einnahmen stiegen von 116 auf 125 Milliarden Yen.

Das passt zu einer Entwicklung, die man im Alltag längst merkt. Mit der Digital-Edition der PS5 und weniger stationären Läden wird der PlayStation Store für viele Käufe wichtiger. Trotzdem wäre es zu einfach, daraus einen genauen Marktanteil von Downloads gegenüber Discs abzulesen.

Sony erfasst bei einem Spiel eines anderen Publishers im eigenen Store den kompletten Verkaufspreis. Bei einer physischen Ausgabe bekommt das Unternehmen dagegen nur seine Plattformgebühr. Die beiden Kategorien beruhen also auf unterschiedlichen Rechnungen. Sie zeigen klar, dass Digitalverkäufe für Sony wertvoller geworden sind, aber nicht eins zu eins, wie viele Spiele in welcher Form verkauft wurden.

Zusatzinhalte bleiben die größte Kategorie

Den höchsten Umsatz innerhalb der vier Bereiche bringen weiterhin Zusatzinhalte. DLC und Mikrotransaktionen stiegen von 634 auf 1.360 Milliarden Yen. Dazu zählen vor allem Ausgaben in Free-to-Play- und dauerhaft erweiterten Spielen von anderen Anbietern, etwa Fortnite, Genshin Impact und Warzone.

Zwischen den Geschäftsjahren 2024 und 2025 wuchs dieser Bereich allerdings kaum noch. Das allein beweist keine feste Grenze für Service-Spiele. Es zeigt aber, dass dieser Umsatztreiber zuletzt nicht mehr mit demselben Tempo zulegte wie in den Jahren davor.

Für Sony ist das wichtig, weil diese Einnahmen nicht davon abhängen, dass ständig neue Konsolenspiele erscheinen. Gleichzeitig wird deutlicher, wie stark das Geschäft an wenige sehr erfolgreiche Spiele gebunden sein kann, in denen Spieler über lange Zeit Geld ausgeben.

Bei PlayStation Plus zählt nicht nur die Zahl der Abos

Die Einnahmen von PlayStation Plus stiegen im betrachteten Zeitraum von 337 auf 763 Milliarden Yen. Seit 2022 bietet Sony die Stufen Essential, Extra und Premium an. 2023 wurden die Preise teils um ungefähr ein Drittel angehoben.

Die höheren Einnahmen bedeuten deshalb nicht automatisch, dass der Dienst entsprechend viele neue Nutzer gewonnen hat. Die Zahl der Abonnenten bewegt sich laut den verfügbaren Angaben seit Jahren eher zwischen 45 und 50 Millionen, während Sony keine aktuellen offiziellen Nutzerzahlen mehr veröffentlicht. Höhere Preise und Wechsel in teurere Stufen dürften einen großen Teil der Entwicklung erklären.

Auch der Yen spielt bei allen Summen eine Rolle. Sony bilanziert in Yen, verdient aber viel Geld in Dollar und Euro. Weil der Yen seit 2019 gegenüber dem Dollar deutlich schwächer geworden ist, fällt ein Teil des Wachstums in der japanischen Währung größer aus. Die Zahlen zeigen also ein stark wachsendes PlayStation-Geschäft, aber keinen einfachen Beweis dafür, dass jede einzelne Sparte im gleichen Maß mehr Spieler erreicht.

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