Saber Interactive will bei Warhammer 40.000: Space Marine 3 vollständig auf generative Systeme verzichten. Studioleiter Tim Willits bestätigte das, nachdem eine Debatte über den Einsatz solcher Technik in einem anderen Spiel des Studios auch die Community von Space Marine erreicht hatte.
Die Aussage betrifft laut Willits nicht nur den kommenden Nachfolger zu Space Marine 2. Auch bei weiteren Lizenzspielen des Studios, darunter Turok und Wick, soll generative Technik nicht für die Entwicklung der Inhalte verwendet werden. Damit zieht Saber eine klare Grenze zwischen seinen großen Lizenzprojekten und einem Experiment, das derzeit für viel Kritik sorgt.
Der Streit begann bei einem anderen Saber-Spiel
Ausgelöst wurde die Diskussion durch Rideshare Stimulator. Dort verwendet Saber generative Systeme für Sprache und Texte im Free-Ride-Modus. Eine frühere Autorin des Studios, Stella Sacco, erklärte nach ihrem Ausscheiden im Jahr 2023, sie sei durch ChatGPT ersetzt worden.
Saber-Chef Matthew Karch widersprach dieser Darstellung öffentlich. Nach seiner Aussage sei es weder um eine höhere Effizienz noch um den Abbau von Arbeitsplätzen gegangen. Stattdessen habe das Studio mit der Technik versucht, das Spielerlebnis zu verbessern.
Diese Erklärung konnte die Kritik allerdings nicht beenden. Im Steam-Forum von Rideshare Stimulator verlangten zahlreiche Spieler eine deutliche Kennzeichnung. Die Regeln von Steam schreiben bereits Angaben vor, wenn generierte Inhalte im fertigen Spiel sichtbar sind oder während des Spielens entstehen. Für Werkzeuge, die ausschließlich im Hintergrund der Entwicklung eingesetzt werden, gelten andere Vorgaben. Saber ergänzte schließlich einen entsprechenden Hinweis bei dem Spiel.
Die Diskussion blieb nicht auf Rideshare Stimulator beschränkt. Weil das Studio die Technik offen erprobt, gerieten auch weitere Projekte wie Hellraiser: Revival und Jurassic Park: Survival in den Blick der Spieler. Besonders viele Fragen richteten sich jedoch auf Space Marine 3, da die Erwartungen an den Nachfolger hoch sind.
Space Marine 3 soll von dem Experiment getrennt bleiben
Willits erklärte bei einem Gespräch auf der Gamescom, dass Space Marine 3 komplett ohne generative Systeme entwickelt werde. Gleichzeitig kündigte er keinen grundsätzlichen Verzicht für das gesamte Studio an. Saber wolle die Technik weiterhin in Rideshare Stimulator testen und beobachten, wie sie dort funktioniert und von den Spielern aufgenommen wird. Sollte das Experiment nicht ankommen, könne das Studio davon wieder Abstand nehmen.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Saber beendet seine Versuche mit der Technik nicht, schließt ihren Einsatz für Space Marine 3 aber ausdrücklich aus. Für Fans der Warhammer-Reihe ist diese konkrete Zusage entscheidender als eine allgemeine Aussage über mögliche Werkzeuge in der Spieleentwicklung.
Games Workshop verfolgt bereits einen strengen Kurs
Die Haltung des Lizenzinhabers passt zu dieser Entscheidung. Games Workshop untersagte generative Werkzeuge für eigene Inhalte bereits im Januar und bestätigte diesen Kurs im Juli erneut. Geschäftsführer Kevin Rountree erklärte dabei, das Unternehmen beobachte die Entwicklung aufmerksam und wolle bei dem Thema nicht nachlässig werden.
Sabers Zusage zu Space Marine 3 entspricht damit der bereits bekannten Linie von Games Workshop. Sie beantwortet die wichtigste Frage zum Nachfolger, löst aber nicht automatisch die größere Debatte um das Studio. Solange Saber bei Rideshare Stimulator weiter experimentiert, dürften Spieler auch bei anderen kommenden Projekten nach einer ähnlich eindeutigen Aussage fragen.