Valve bringt die ersten Geräte der Steam Machine am 29. Juni an den Start. Günstig wird das neue Wohnzimmer-Gerät aber nicht: Die Preise liegen zwischen 1.039 Euro und 1.428 Euro, je nach Ausstattung.
Damit ist die Steam Machine keine kleine Nebenbei-Box für alle, die einfach nur Steam am Fernseher wollen. Sie wirkt eher wie ein fertiger Mini-PC mit SteamOS, der dir viel Bastelarbeit abnimmt. Genau das ist spannend, aber auch der Punkt, an dem der Preis weh tun kann.
Warum der Preis so wichtig ist
Die Steam Machine soll eine kompakte Lösung fürs Wohnzimmer sein. Laut dem zweiwöchigen Test von Digital Foundry ist die Hardware sehr klein, sehr leise und sauber verarbeitet. Das Gehäuse wird als ungefähr so kompakt wie ein etwas größerer Nintendo GameCube beschrieben. Dazu kommen austauschbare Frontblenden, die magnetisch halten.
Das klingt cool, weil Valve hier nicht nur einen normalen PC in eine kleine Kiste steckt. Das Gerät soll sich eher wie eine feste Gaming-Box anfühlen, aber mit Steam als Grundlage. SteamOS läuft außerdem nicht nur auf dieser Hardware. Wer lieber selbst baut oder einen anderen PC nutzt, bleibt also nicht komplett ausgeschlossen.
Gerade deshalb ist der Preis aber die große Frage. Wenn du sowieso bereit bist, über 1.000 Euro auszugeben, vergleichst du automatisch mit einem klassischen PC oder einem Eigenbau. Die Steam Machine muss dann nicht nur schnell sein, sondern auch mit Komfort, Lautstärke und Bedienung punkten.
Mehr CPU-Leistung, aber kein klarer Sieg
Technisch setzt Valve auf einen angepassten Hawk-Point-2-Prozessor mit sechs Kernen und bis zu 30 Watt TDP. Im Test liegt die CPU-Leistung etwa 20 Prozent über der PlayStation 5. Das ist stark, vor allem für ein so kleines Gerät.
Ganz ohne Haken ist es aber nicht. Weil nur ein Speichermodul genutzt wird, kann die CPU in manchen Situationen ausgebremst werden. Bei der Grafik steckt ein beschnittener Navi-33-Chip im Gerät. Seine Leistung liegt zwischen einer Radeon RX 6600 und einer RX 7600. Die Leistungsaufnahme der GPU ist auf 130 Watt begrenzt.
Das reicht laut den vorliegenden Eindrücken für anspruchsvolle Spiele, macht die Steam Machine aber nicht automatisch stärker als eine Konsole in jeder Lage. Bei hohen Auflösungen kann sie im Vergleich zur PS5 zurückfallen, weil ihr die hohe Speicherbandbreite der Konsole fehlt.
Für wen die Steam Machine spannend wird
Valve setzt offenbar nicht auf rohe Rekordwerte. Wichtiger scheint das Gesamtpaket zu sein: kleines Gehäuse, leiser Betrieb, SteamOS direkt auf dem Fernseher und genug Leistung, um viele Spiele mit passenden Einstellungen gut laufen zu lassen.
VRR-Unterstützung und kommende FSR-4-Features sollen helfen, eine vergleichbare Spielerfahrung zu erreichen. Trotzdem bleibt wichtig: Grafikeinstellungen selbst anzupassen, wird weiterhin sinnvoll sein. Wer eine Box erwartet, bei der jedes PC-Spiel automatisch perfekt läuft, sollte also vorsichtig bleiben.
Die Steam Machine ist damit vor allem für Spieler spannend, die Steam im Wohnzimmer wollen, aber keinen normalen PC neben den Fernseher stellen möchten. Wer lieber selbst schraubt oder den Preis drücken will, hat durch SteamOS auf anderer Hardware weiter Alternativen. Genau deshalb ist die neue Valve-Hardware interessant, aber kein Gerät, das jeden PC-Spieler sofort überzeugen muss.