Für The Blood of Dawnwalker ist Anfang Oktober das erste große Update geplant. Im Mittelpunkt stehen keine neuen Inhalte für das Endspiel, sondern zwei Punkte, die im Alltag schnell wichtiger werden können: eine leichtere Möglichkeit, der Handlung zu folgen, und mehrere Korrekturen am Kampf.
Rebel Wolves will einen neuen fünften Schwierigkeitsgrad hinzufügen. Er richtet sich ausdrücklich an Spieler, die Coens Geschichte erleben möchten, ohne sich an harten Kämpfen aufzureiben. Gleichzeitig soll das Update einige Situationen verbessern, in denen die Steuerung und das Verhalten von Gegnern bisher eher gegen die eigenen Entscheidungen gearbeitet haben.
Eine neue Stufe für die Geschichte, nicht für den Rekord
Die Bezeichnungen der niedrigeren Schwierigkeitsstufen werden mit dem Patch verändert. Der bisherige Story-Modus erhält einen anderen Namen, während die neue, noch leichtere Stufe künftig als Story-Modus geführt wird. Entscheidend ist dabei der Zweck: Diese Einstellung soll Kämpfe weniger zur Hürde machen, nicht einfach nur Zahlen verändern.
Das ist eine sinnvolle Ergänzung für ein Rollenspiel, in dem manche Spieler vor allem Figuren, Welt und Handlung verfolgen wollen. Wer sich mit Talenten, Ausrüstung und Kampfrhythmus beschäftigen möchte, kann weiterhin höhere Stufen wählen. Wer dagegen nach einer Niederlage nicht dauernd Einstellungen und Fähigkeiten umbauen will, bekommt einen klareren Weg durch das Abenteuer.
Eine zusätzliche Schwierigkeit oberhalb von „Duellant“ ist derzeit nicht vorgesehen. Diese höchste Stufe verzichtet bereits auf Richtungsanzeigen bei Angriffen und soll nach Einschätzung des Teams die gewünschte Herausforderung bieten. Damit setzt das Update nicht auf ein Wettrüsten mit immer härteren Modi. Stattdessen erweitert es das Spiel nach unten, wo offenbar viele Spieler eine Lücke sehen.
Der Kampf soll weniger gegen den Spieler arbeiten
Besonders konkret fällt die geplante Änderung beim Anvisieren aus. Bislang konnte eine Betäubungsfähigkeit dazu führen, dass das Spiel automatisch ein anderes Ziel auswählt. Das war zwar eine bewusst gewählte Designentscheidung, soll aber in der Praxis oft frustriert haben. Künftig bleibt der betroffene Gegner nach einer Betäubung noch bis zu drei Treffer lang im Fokus.
Das klingt nach einer kleinen Regel, kann in einer Gruppe aber viel ändern. Wenn eine Fähigkeit eingesetzt wird, erwarten Spieler meistens, dass sie anschließend genau den Gegner weiterbearbeiten können, für den sie gedacht war. Ein ungeplanter Zielwechsel unterbricht diese Idee und macht Kämpfe schnell unübersichtlich. Die Anpassung gibt also nicht mehr Schaden oder stärkere Fähigkeiten, sondern mehr Kontrolle zurück.
Auch das Entkommen aus Gegnergruppen soll geschmeidiger werden. Figuren sollen beim Weglaufen nicht mehr so leicht an Hindernissen hängen bleiben. Feindliche Tiere sollen Spieler außerdem nicht mehr ohne Pause verfolgen, wenn diese an ihnen vorbeisprinten. Beides betrifft Momente, in denen ein Rückzug eigentlich eine vernünftige Entscheidung ist. Wenn das Spiel diesen Rückzug unnötig blockiert, wirkt ein Kampf härter, als er durch die eigentlichen Gegner sein müsste.
Zähe Gegner bleiben Teil des Systems
Nicht jede Kritik führt allerdings zu einer allgemeinen Abschwächung der Feinde. Die Lebenspunkte von Gegnern sollen nicht pauschal sinken. Nach Angaben des Game Directors hängt die Länge vieler Kämpfe stark davon ab, wie Fertigkeitspunkte verteilt wurden.
Wer Punkte spart, soll gegen höherstufige Gegner länger kämpfen. Wer Talente miteinander kombiniert, etwa Schwertkampf und Magie, kann auch starke Feinde sehr schnell besiegen. Das Team will solche Zusammenstellungen offenbar nicht entwerten, indem alle Gegner weniger aushalten. Für Spieler bedeutet das: Das Oktober-Update soll unangenehme Reibung beim Anvisieren und Fliehen verringern, aber nicht die Rolle von Charakterentwicklung und Talenten aus dem Kampfsystem nehmen.
Parallel arbeitet Rebel Wolves weiter an der Performance. Einen genauen Tag für das Update gibt es noch nicht. Außerdem prüft das Studio einen New-Game-Plus-Modus sowie zusätzliche Gegnertypen für Vale Sangora. Diese Vorhaben sind aber noch keine bestätigten Bestandteile des Oktober-Patches. Fest angekündigt sind bislang vor allem der neue Story-Modus und die gezielten Änderungen an Kampf und Fluchtverhalten.