Plötze trägt eine rote und goldene Pferderüstung mit Flammenmotiven, Satteltaschen, Scheuklappen und Sattel.
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The Witcher 3: Gratis-Pferderüstung kostet vor allem Zeit

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Plötze bekommt eine kostenlose Rüstung mit Oblivion-Anspielung. Dafür müssen Fans aber 90 Minuten Twitch schauen.

Mit dem Start von The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered gibt es für Plötze ein neues kosmetisches Set. Das Fire Horse Gear Set wird nicht im Spiel verdient und auch nicht direkt gekauft, sondern über Twitch Drops freigeschaltet: Wer einen teilnehmenden Stream 90 Minuten verfolgt, erhält die Belohnung kostenlos. Die Aktion läuft bis zum 27. Oktober.

Das ist eine kleine Nachricht, aber sie zeigt ein bekanntes Problem bei solchen Aktionen. Kostenlos bedeutet nicht automatisch, dass eine Belohnung für alle gleich bequem zu bekommen ist. Gerade bei einem großen Rollenspiel wollen viele ihre freie Zeit vermutlich lieber direkt mit Geralt verbringen, statt einen Stream nebenbei laufen zu lassen.

Eine Pferderüstung mit bewusstem Seitenhieb

Das Set besteht aus Sattel, Satteltaschen und Scheuklappen für Plötze. Optisch setzt es auf dunkles Rot, Gold und Flammenmotive. Inhaltlich ist es eine klare Anspielung auf das Horse Armor Pack aus The Elder Scrolls IV: Oblivion.

Diese ältere Pferderüstung wurde 2006 für 2,50 US-Dollar verkauft und wurde zu einem berühmten Beispiel für die damalige Diskussion über kostenpflichtige Zusatzinhalte. Dass nun ausgerechnet The Witcher 3 eine ähnliche Idee aufgreift, sie aber als Gratisbelohnung verteilt, wirkt deshalb wie ein kleines Augenzwinkern an diese Geschichte.

Der Unterschied ist trotzdem nicht nur positiv. Für das Set wird zwar kein Geld verlangt, dafür bindet seine Freischaltung an eine andere Plattform und an eine feste Sehzeit. Wer Twitch ohnehin nutzt, muss dafür kaum etwas ändern. Wer dort sonst nicht unterwegs ist, braucht dagegen einen Account, einen passenden Stream und mindestens 90 Minuten Zeit.

Warum die Twitch-Bedingung Fans stört

Unter dem Beitrag zur Aktion fallen die Reaktionen gemischt aus. Einige feiern das neue Aussehen für Plötze und finden es gut, dass die Rüstung kostenlos bleibt. Andere kritisieren vor allem die Vorgabe, einen Stream schauen zu müssen.

Der Punkt ist leicht zu verstehen: In einem Rollenspiel wie The Witcher 3 ist Spielzeit selbst schon knapp. Wenn du nach Schule, Arbeit oder anderen Terminen nur wenig Zeit hast, klingt eine zusätzliche Stunde und 30 Minuten vor einem Stream nicht unbedingt wie eine Belohnung. Natürlich kann ein Stream auch nebenbei laufen. Aber genau das macht die Aktion für manche eher zu einer Pflicht als zu einem netten Extra.

Twitch Drops sind für Publisher praktisch, weil sie Aufmerksamkeit für Streams und einen Release schaffen. Spieler bekommen dafür kosmetische Inhalte. Dieses Tauschgeschäft funktioniert aber am besten, wenn die Belohnung nicht nach unnötigem Aufwand aussieht. Beim Fire Horse Gear Set ist der Inhalt zwar rein optisch und damit kein Vorteil im Spiel. Trotzdem hängt daran ein beliebter Begleiter, den man in einem langen Abenteuer ständig sieht.

Das Remaster bringt mehr als nur ein neues Pferde-Set

The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered ist jetzt für PC und aktuelle Konsolen erhältlich. Neben den technischen Verbesserungen nennt das Material überarbeitete Kämpfe, Anpassungen beim Klettern und Springen sowie zusätzliche Finisher für Geralt.

Außerdem gibt es ein Transmog-System. Damit lässt sich das Aussehen von Geralts Ausrüstung unabhängig von ihren Werten wählen. Gerade zusammen mit einem neuen Set für Plötze passt das gut: Wer seine Ausrüstung nach Werten auswählt, muss nicht mehr automatisch auf ein gewünschtes Aussehen verzichten.

Die Pferderüstung verändert The Witcher 3 nicht grundlegend. Sie ist eine kleine kosmetische Zugabe mit einer ziemlich deutlichen Referenz an eine alte DLC-Debatte. Ob sie sich wirklich wie ein Geschenk anfühlt, hängt am Ende weniger vom Design ab als davon, ob 90 Minuten Twitch für dich okay sind.

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