Ein Motorradfahrer in Trials Fusion vollführt einen Stunt in der Luft vor futuristischen Plattformen. Das Ubisoft-Logo ist zu sehen.
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Ubisoft plant Schließung von RedLynx und Stellenabbau in Singapur

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Ubisoft will RedLynx in Helsinki offenbar schließen. Ubisoft Singapore bleibt bestehen, verliert aber 70 Stellen.

Ubisoft plant offenbar den nächsten tiefen Einschnitt in seiner Studio-Struktur: RedLynx in Helsinki soll geschlossen werden. Rund 52 Arbeitsplätze wären betroffen. Gleichzeitig will das Unternehmen Ubisoft Singapore verkleinern, wo 70 Stellen wegfallen sollen.

Die beiden Fälle sind ähnlich entstanden, haben aber nicht dieselbe Konsequenz. RedLynx steht nach der internen Prüfung ohne laufendes neues Projekt da. Ubisoft soll deshalb zu dem Schluss gekommen sein, dass selbst ein kleineres Team den Standort nicht dauerhaft sichern würde. In Singapur bleibt das Studio dagegen bestehen, soll künftig aber mit weniger Beschäftigten arbeiten.

Bei RedLynx ist noch nichts endgültig entschieden

Die geplante Schließung von RedLynx ist noch nicht abgeschlossen. Zuvor müssen in Finnland gesetzlich vorgeschriebene Gespräche zwischen Arbeitgeber und Belegschaft stattfinden. Diese sogenannten Change-Negotiations sind nötig, wenn ein Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten Entscheidungen vorbereitet, die Arbeitsplätze gefährden.

Für die Menschen im Studio ist das ein wichtiger Unterschied: Die Absicht zur Schließung steht im Raum, formal entschieden ist sie aber noch nicht. Ubisoft muss diesen Prozess erst durchlaufen. Über die geplanten Schritte berichtete auch Video Games Chronicle.

Dass RedLynx schon länger unter Druck steht, zeigt der Blick auf die jüngere Entwicklung. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte Ubisoft bereits angekündigt, in Helsinki bis zu 60 Stellen streichen zu wollen. Damals sollte sich das Studio von einem Team für mehrere Plattformen stärker auf Mobile-Spiele konzentrieren. Berichten zufolge leitete RedLynx zu diesem Zeitpunkt die Arbeit an zwei noch nicht angekündigten Mobile-Titeln.

Ein bekanntes Studio ohne neues Projekt

RedLynx wurde 2000 in Helsinki gegründet und wurde vor allem durch die Trials-Reihe bekannt. Der Erfolg von Trials HD auf Xbox Live Arcade führte 2011 zur Übernahme durch Ubisoft. Danach entwickelte das Studio weitere Teile und Ableger, darunter Trials Evolution, Trials Frontier, Trials Fusion und Trials Rising.

Seit Trials Rising von 2019 trat RedLynx deutlich seltener als eigenständiger Entwickler in Erscheinung. Das Team half unter anderem bei The Division 2 für Google Stadia. Es arbeitete außerdem an dem später eingestellten Mobile-Spiel Gwen’s Getaway und unterstützte Massive Entertainment zuletzt bei der Switch-2-Umsetzung von Star Wars Outlaws.

Gerade das macht die mögliche Schließung für Fans der Trials-Reihe bemerkenswert. RedLynx steht seit vielen Jahren für diese Spiele, auch wenn das Studio zuletzt vor allem andere Teams unterstützt hat. Aus den vorliegenden Angaben geht jedoch nicht hervor, was mit der Marke Trials passieren könnte. Eine Ankündigung für ein neues Spiel gibt es ebenfalls nicht.

Singapore bleibt, verliert aber 70 Stellen

Bei Ubisoft Singapore sieht die Lage anders aus. Der Standort soll nicht schließen, wird aber umstrukturiert. Nach der Prüfung seiner künftigen Aufgabe plant Ubisoft dort den Abbau von 70 Stellen.

Das 2008 gegründete Studio war Teil von Ubisofts Aufbau eines Produktionsnetzwerks in Südostasien. Es wirkte an mehreren Assassin’s-Creed-Spielen mit und übernahm bei Assassin’s Creed Black Flag Resynced sowie Skull and Bones die Federführung.

Die Meldung zeigt damit vor allem, wie unterschiedlich eine interne Standortprüfung ausfallen kann. Für Ubisoft Singapore bedeutet sie weniger Arbeitsplätze, aber einen Fortbestand des Studios. RedLynx könnte dagegen komplett verschwinden, falls die vorgeschriebenen Gespräche in Finnland zur geplanten Schließung führen.

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