Ein neuer US-Gesetzentwurf soll digitale Spiele besser schützen, wenn Publisher sie später aus Stores entfernen oder ihre Server abschalten. Der demokratische Kongressabgeordnete Ritchie Torres will den sogenannten Power To The Players Act in den Kongress einbringen.
Für Spieler ist dabei vor allem ein Punkt wichtig: Wer ein Spiel verkauft, soll Käufern nicht nur eine Lizenz geben, die irgendwann einfach endet. Bei Spielen mit Onlinefunktionen soll außerdem ein Offline-Modus nötig sein, damit sie nach einem Server-Abschalten zumindest weiter nutzbar bleiben.
Der Entwurf ist noch kein Gesetz und würde zunächst nur die USA betreffen. Trotzdem trifft er ein Problem, das bei immer mehr digitalen Spielen auffällt: Bezahlt wird wie für einen Kauf, doch wie lange das Spiel funktioniert, entscheidet am Ende oft der Publisher.
NBA 2K25 zeigt, worum es geht
NBA 2K25 soll am 30. Oktober aus den digitalen Stores verschwinden. Zum 1. Januar 2027 werden laut den vorliegenden Angaben auch die Online-Server abgeschaltet. Dadurch fallen wichtige Modi wie MyTeam und MyCareer weg.
Genau solche Fälle stehen im Mittelpunkt des Entwurfs. Ein Sportspiel kann auch nach dem Ende seiner Onlinefunktionen noch teilweise starten, aber ein großer Teil dessen, wofür viele Leute bezahlt haben, ist dann nicht mehr da. Besonders bei Reihen, deren Fortschritt und Modi stark an Server gebunden sind, fühlt sich ein Kauf dadurch schnell wie eine zeitlich begrenzte Nutzung an.
Ein vorgeschriebener Offline-Modus würde nicht automatisch bedeuten, dass jeder Online-Modus erhalten bleibt. MyTeam mit seinen Online-Funktionen lässt sich schließlich nicht einfach ohne Server fortsetzen. Der Gesetzesentwurf würde aber darauf zielen, dass Publisher eine spielbare Alternative bereitstellen müssen, statt ein Spiel nach dem Support fast komplett zurückzulassen.
Der Plan hat noch einen langen Weg vor sich
Torres möchte die US-Handelsbehörde FTC mit Regeln zum Schutz von Spielekäufern beauftragen. Seine Forderung geht über das reine Weiterspielen hinaus: Käufer sollen digitale Spiele besitzen, spielen und weitergeben können.
Ob daraus wirklich ein Gesetz wird, ist offen. Zuerst muss Torres den Entwurf offiziell einreichen, anschließend steht das Verfahren in den Ausschüssen des Kongresses an. Nach den vorliegenden Schätzungen erreichen rund 87 Prozent aller Gesetzesvorlagen keine vollständige Abstimmung. Widerstand von Publishern und dem Branchenverband ESA gilt ebenfalls als wahrscheinlich.
Trotzdem ist der Vorstoß interessant, weil er die Frage klar stellt: Was bedeutet „Kaufen“ bei einem digitalen Spiel eigentlich? Wenn Stores und Server wichtiger werden als Disc oder Download-Datei, wird diese Frage für Spieler nicht kleiner, sondern größer.