Valor Mortis erscheint am 13. Oktober für PS5, Xbox Series X/S und PC. Die ersten Tests sehen vor allem eine Idee, die im Soulslike-Genre nicht oft ausprobiert wird: schnelle Nahkämpfe mit viel Blocken und Parieren, aber komplett aus der Ego-Perspektive.
Die bisherigen Wertungen fallen ordentlich aus, aber nicht einheitlich. Auf PS5 steht das Spiel nach sieben Kritiken bei 83 Punkten, die PC-Fassung liegt nach 31 Tests bei 77. Plattformübergreifend zeigt OpenCritic derzeit 80 Punkte aus 30 Wertungen. Diese Zahlen können sich noch ändern, doch die Richtung ist klar: Der Kampf begeistert viele Tester, während Übersicht und Technik nicht überall mithalten.
Warum die Kamera hier so wichtig ist
In vielen Soulslikes beobachtest du Gegner und ihre Angriffe aus etwas Abstand. Valor Mortis nimmt diesen Abstand weg. Als William, einem wiedererweckten Soldaten aus Napoleons Grande Armée, kämpfst du direkt aus seinen Augen gegen die Folgen einer Seuche in Europa.
Genau das macht Paraden offenbar besonders intensiv. Mehrere Tests loben, wie direkt Treffer, Blocken und erfolgreiche Konter wirken. Wenn ein Gegner nah vor dir steht, musst du seine Bewegung schnell lesen und im passenden Moment reagieren. Das passt zu dem schnellen, druckvollen Kampfstil von One More Level, dem Studio hinter den beiden Ghostrunner-Spielen.
Neben Säbeln gibt es Pistolen, Musketen und Zauber. Distanzangriffe sollen sich flüssig mit Nahkampf-Kombinationen verbinden. Das ist wichtig, weil das Spiel nicht einfach nur ein Schwertkampf mit historischer Kleidung sein will. Die Mischung aus napoleonischen Uniformen, Schusswaffen und düsterer Magie gibt Valor Mortis ein klar eigenes Bild.
Der Ansatz hat aber eine Kehrseite. Gerade in Bosskämpfen oder bei vielen Gegnern gleichzeitig kann die Ego-Sicht laut den Tests die Übersicht erschweren. Dann ist es schwerer zu erkennen, was seitlich oder hinter dir passiert. Die Kamera ist also nicht bloß ein optischer Unterschied. Sie macht starke Einzelduelle wohl noch direkter, kann aber in chaotischen Momenten zum Problem werden.
Kompakte Wege statt riesiger Karte
Auch beim Aufbau der Welt geht Valor Mortis einen eher konzentrierten Weg. Statt einer großen offenen Karte erwarten dich kompaktere Gebiete mit Abkürzungen. Laternen dienen dabei als wichtige Orientierungspunkte und erfüllen eine ähnliche Aufgabe wie Rastplätze in anderen Spielen des Genres.
Das wird in den ersten Reviews positiv erwähnt, weil die Wege dadurch ohne viel Leerlauf weiterführen sollen. Wer gerne versteckte Verbindungen entdeckt und eine Umgebung nach und nach besser versteht, dürfte daran Freude haben. Gleichzeitig bleibt der Aufbau offenbar vertraut. Abgesehen von Perspektive und Setting erfindet das Spiel viele bekannte Soulslike-Systeme nicht neu.
Kritik gibt es auch an den Parkour-Passagen. Einige Tester finden ihre Steuerung hakelig. Dazu kommt ein Gebiet mit giftigem Sumpf, das für Frust sorgen kann. Solche Stellen entscheiden oft darüber, ob ein schweres Spiel fordernd bleibt oder einfach nervt.
PC-Version mit mehr Fragezeichen
Die Unterschiede bei den bisherigen Wertungen hängen auch mit der Technik zusammen. Die PS5-Version soll besser laufen, während bei der PC-Fassung technische Macken stärker auffallen. Deshalb lohnt es sich besonders für PC-Spieler, Berichte nach dem Start im Blick zu behalten.
Auch bei Inhalt und Verlauf gehen die Meinungen auseinander. Einige Kritiken finden die Kämpfe und das Leveldesign stark. Andere bemängeln, dass Gegner nicht genug Abwechslung bieten, manche Mechaniken wenig genutzt werden und die Geschichte eher Atmosphäre als viel Inhalt liefert. Außerdem sehen einzelne Tests das Spiel in der zweiten Hälfte schwächer als am Anfang.
Zum Start kostet die Standard-Edition 39,99 Euro. Eine Deluxe Edition mit digitalen Extras liegt bei 59,99 Euro. Vorbestellungen gibt es nicht, weil One More Level auf eine Vorabkaufphase verzichtet. Für Fans von anspruchsvollen Kämpfen ist Valor Mortis damit vor allem ein spannender Test: Kann die Ego-Perspektive die direkten Duelle tragen, ohne dass größere Kämpfe zu unübersichtlich werden? Die ersten Tests sagen: oft ja, aber nicht ohne Stolperstellen.