Ubisoft-Logo neben asiatischen Kriegern und einem bärtigen Ritter in Rüstung vor einer Waldkulisse aus Kingdom Come Deliverance.
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Warhorse kritisiert bekannte RPG-Formeln und Ubisoft

Von Sven 3 Min. Lesezeit

Warhorse-Mitgründer Martin Klíma findet viele RPGs zu ähnlich. Seine Kritik an Ubisoft zeigt aber auch, warum große Serien selten alles neu machen.

Martin Klíma, Mitgründer von Warhorse Studios, hält viele große Rollenspiele für zu vorhersehbar. Besonders die Geschichte vom auserwählten Helden, der eine riesige Bedrohung stoppen muss, sei für ihn zu oft erzählt worden. Genau aus dieser Müdigkeit gegenüber bekannten Mustern entstand laut Klíma die ursprüngliche Idee für Kingdom Come: Deliverance.

Im Gespräch über die Entstehung des Mittelalter-Rollenspiels sagte Klíma, er möge RPGs weiterhin. Ihm gehe es also nicht darum, Machtfantasien grundsätzlich schlechtzureden. Er findet nur, dass sie sich zu häufig wiederholen. Das sei auch heute noch so, obwohl viele Spieler längst andere Arten von Geschichten und Rollen im Spiel suchen könnten.

Kritik an der Formel, nicht an einzelnen Spielen

Klíma stellte klar, dass er mit seiner Aussage nicht gegen Expedition 33 schießen wolle. Seine Kritik richtet sich allgemeiner gegen Rollenspiele, die immer wieder nach einem sehr ähnlichen Muster funktionieren: Eine besondere Hauptfigur bekommt eine riesige Aufgabe und rettet am Ende die Welt.

Für Kingdom Come: Deliverance bedeutete das offenbar einen anderen Ansatz. Statt einer großen auserwählten Figur sollte das Spiel eine mittelalterliche Welt und eine weniger überhöhte Rolle für den Spieler bieten. Klímas Aussage erklärt damit gut, warum Warhorse sein RPG von vielen Fantasy-Abenteuern absetzen wollte.

Ob die Formel wirklich zu oft genutzt wird, bleibt natürlich Geschmackssache. Viele Fans mögen gerade solche großen Heldenreisen. Spannend an Klímas Kritik ist aber der Punkt dahinter: Ein Genre kann erfolgreich sein und trotzdem neue Ideen gebrauchen.

Ubisoft als Beispiel für das große Risiko

Auch Ubisoft nannte Klíma als Beispiel für Reihen, die seiner Meinung nach lange an bewährten Abläufen festhalten. Er habe die ersten Teile von Assassin’s Creed, Far Cry und Watch Dogs gespielt und diese frühen Spiele mochten ihm zufolge Spaß gemacht haben. Nach vielen ähnlichen Fortsetzungen werde dieselbe Art von Spiel für ihn aber irgendwann langweilig.

Dabei lobte Klíma ausdrücklich die handwerkliche Seite der Ubisoft-Spiele. Animationen und Modelle seien sehr gut gemacht, die Spiele wirkten sorgfältig gebaut. Sein Wunsch ist vielmehr, dass so viel Können öfter für neue Ideen genutzt wird.

Er sieht allerdings auch das Problem dahinter: Große Reihen kosten viel Geld. Wer daran arbeitet, kann nicht einfach ohne Risiko alles umwerfen. Deshalb liefert Klíma keine einfache Lösung für Ubisoft. Seine Aussagen zeigen eher, warum neue Spielideen bei großen Serien so schwer durchzusetzen sind: Bekanntes ist sicherer, aber zu viel Bekanntes kann Fans irgendwann ermüden.

Warhorse arbeitet laut Klíma derzeit an einem weiteren Kingdom Come-Projekt sowie an einem Open-World-Rollenspiel in Mittelerde. Konkrete Infos oder Termine zu beiden Spielen gibt es noch nicht. Gerade deshalb bleibt offen, wie weit das Studio seine eigene Forderung nach mehr Abwechslung dort umsetzen wird.

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