Activision positioniert Call of Duty: Modern Warfare 4 selbstbewusst als eines der zwei größten Spiele des Jahres 2026. Neben GTA 6 sieht das Unternehmen keinen Platz für das angekündigte Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time in dieser Spitzengruppe. Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober für PS5, Xbox Series X/S, PC und Switch 2.
Für Spieler ist an dieser Aussage vor allem die Begründung interessant. Activision vergleicht die Reihe nicht nur über Aufmerksamkeit zum Start oder über die Größe eines einzelnen Releases. Der Publisher setzt darauf, dass Call of Duty ein Spiel bleibt, zu dem Gruppen regelmäßig zurückkehren, weil ihre Freunde ebenfalls dort spielen.
Activision setzt auf gemeinsame Spielabende
Tyler Bahl, Chief Marketing Officer bei Activision, hat Modern Warfare 4 und GTA 6 als die beiden größten Spiele des Jahres bezeichnet. Seine Einschätzung richtet sich damit gegen die Vorstellung, dass GTA 6 und das Ocarina-of-Time-Remake das prägende Doppel des Herbsts bilden könnten.
Dabei geht es nicht darum, dass diese Spiele dasselbe Publikum ansprechen. GTA 6, Zelda und Call of Duty stehen für sehr unterschiedliche Arten zu spielen. Gerade deshalb ist Activisions Blick auf die Gewohnheiten der Spieler spannender als der reine Vergleich von Namen und Erwartungen.
Bahl zufolge liegt die wichtigste Stärke von Call of Duty nicht allein in Kämpfen oder Waffenmechaniken. In Befragungen sei für viele Spieler entscheidend, dass Freunde im Spiel sind und man gemeinsam Zeit verbringen kann. Das passt zu einer Reihe, die auf wiederkehrende Mehrspieler-Runden baut: Man startet nicht nur für eine einzelne Geschichte, sondern weil der eigene Freundeskreis am Abend bereits online ist.
Das ist ein anderer Maßstab als bei einem großen Einzelspieler-Abenteuer. Ein enormer Verkaufsstart kann viel Aufmerksamkeit schaffen. Ein Mehrspieler-Spiel versucht dagegen, einen festen Treffpunkt zu bleiben. Ob Modern Warfare 4 dieses Versprechen einlösen kann, wird sich erst nach dem Start zeigen. Activision beschreibt hier vor allem die eigene Erwartung, keine bereits bestätigte Entwicklung der Spielerzahlen.
Der November muss kein Verdrängungsrennen werden
GTA 6 soll am 19. November für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Das Ocarina-of-Time-Remake folgt am 5. November exklusiv für Switch 2. Beide Veröffentlichungen liegen also kurz nach Modern Warfare 4 und werden den November klar prägen.
Naheliegend wäre die Annahme, dass Call of Duty in dieser Phase an Aufmerksamkeit verliert. Bahl hält aber auch das Gegenteil für möglich. Seine Überlegung: Wenn mehr Menschen ihre Konsolen wieder einschalten, könnte davon das gesamte Spieleangebot profitieren. Manche Spieler könnten ihre Zeit zwischen mehreren großen Titeln aufteilen, statt sich für nur einen zu entscheiden.
Das ist keine sichere Prognose. Gerade GTA 6 dürfte für viele Spieler ein großer Zeitfresser werden, während Zelda auf Switch 2 ein eigenes Publikum anspricht. Trotzdem muss ein neues Call of Duty nicht denselben Rhythmus haben wie ein Einzelspieler-Spiel. Wer mit Freunden feste Runden plant, kehrt möglicherweise auch dann zu Modern Warfare 4 zurück, wenn parallel ein großes neues Abenteuer wartet.
Was Fans von Modern Warfare 4 daraus mitnehmen können
Activisions Aussage zeigt vor allem, woran der Publisher den Erfolg von Modern Warfare 4 messen möchte. Nicht nur am Gesprächswert rund um den Launch, sondern daran, ob sich die Reihe als sozialer Ort behauptet. Für Call-of-Duty-Fans wäre das der praktische Unterschied: Nicht allein neue Inhalte müssen überzeugen, sondern auch die Frage, ob sich die gemeinsame Runde dauerhaft lohnt.
Der Releasekalender macht den Herbst 2026 ungewöhnlich dicht. Modern Warfare 4 startet zuerst, Zelda folgt knapp zwei Wochen später, GTA 6 nochmals zwei Wochen danach. Activision rechnet offenbar nicht mit einem Kampf, bei dem nur ein Spiel übrig bleibt. Die entscheidende Probe für Modern Warfare 4 beginnt deshalb nicht am Veröffentlichungstag, sondern in den Wochen danach, wenn Spieler entscheiden, welchem Spiel sie regelmäßig Zeit geben.