Sony will PlayStation-Spiele ab Anfang 2028 nur noch digital veröffentlichen. Das betrifft laut der Ankündigung PS5- und PS6-Spiele. Als Grund nannte das Unternehmen die Digitalisierung: Im Geschäftsjahr 2025/2026 wurden 78 Prozent aller PS5- und PS4-Spiele digital verkauft.
Diese Zahl erklärt aber nicht automatisch, warum Discs für Sony keine Rolle mehr spielen sollen. Denn ein aktueller Blick von Alinea Analytics sagt: Gerade bei großen Einzelspieler-Spielen bringt die Disc weiterhin viel Geld ein. Der Unterschied liegt darin, wer am Ende wie viel davon behält.
Viele Downloads bedeuten nicht: Discs sind wertlos
Die 78 Prozent von Sony beziehen sich auf verkaufte Einheiten. Die Analysten betrachten dagegen Umsatz und konzentrieren sich auf große Einzelspieler-Titel. Dort greifen offenbar deutlich mehr Käufer zur Disc als beim gesamten PlayStation-Angebot.
Als Beispiele nennt die Analyse Marvel’s Spider-Man 2, bei dem 35 Prozent des geschätzten Umsatzes aus physischen Verkäufen kamen. Bei Astro Bot sollen es sogar 46,8 Prozent gewesen sein. Auch Ghost of Yotei und Death Stranding 2 erreichten laut den Schätzungen hohe Anteile durch Disc-Verkäufe.
Für Fans ist das ein wichtiger Unterschied: Digitalverkäufe dominieren zwar insgesamt, aber bei bestimmten Spielen sind Handelsversionen offenbar weiter stark. Die Disc verschwindet also nicht einfach, weil sie niemand mehr kaufen will.
Der Streit dreht sich um Kontrolle und Wiederverkauf
Rhys Elliot von Alinea Analytics sieht hinter Sonys Entscheidung vor allem wirtschaftliche Gründe. Bei einer Disc fallen Herstellungskosten an, außerdem erhält der Handel einen Teil der Einnahmen. Bei einem digitalen Verkauf bleibt für Sony nach dieser Rechnung mehr übrig.
Dazu kommt der Gebrauchtmarkt. Wer ein Disc-Spiel weiterverkauft, spart beim nächsten Kauf vielleicht Geld. Sony verdient an diesem zweiten Verkauf aber nichts. Ohne neue Discs gibt es auch deutlich weniger neue Spiele, die später gebraucht im Laden oder privat weitergegeben werden können.
Das ist bisher die Einschätzung eines Analysten, nicht Sonys offizielle Begründung. Den vollständigen Gedankengang beschreibt er im Newsletter von Alinea Analytics.
Klar ist trotzdem: Die Diskussion um Discs geht über die Frage hinaus, ob Downloads bequemer sind. Für viele Spieler geht es auch darum, Spiele gebraucht zu kaufen, weiterzugeben oder im Regal zu besitzen. Dass die Kritik in Kommentarspalten unter PlayStation-Trailern weiter auftaucht, passt genau zu diesem Konflikt.