Asha Sharma vor einem dunklen Hintergrund mit leuchtendem Xbox-Logo und grünen Lichtelementen
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Xbox-Umbau: Shannon Loftis kritisiert Asha Sharmas Kommunikation

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Xbox streicht weitere Stellen und verteilt Studios neu. Die frühere World’s-Edge-Leiterin Shannon Loftis kritisiert besonders die Kommunikation von Xbox-Chefin Asha Sharma.

Bei Microsofts Gaming-Sparte fallen weitere 268 Stellen weg. Gleichzeitig verändert der Konzern die Zuständigkeiten innerhalb von Xbox: Activision soll sich künftig neben Halo auch um Rare und World’s Edge kümmern. Für Shannon Loftis, die fast drei Jahrzehnte bei Microsoft arbeitete und World’s Edge leitete, ist dabei nicht allein die nächste Kündigungsrunde das Problem. Sie kritisiert vor allem, wie die neue Xbox-Chefin Asha Sharma ihre Führung öffentlich erklärt.

Sharma hatte das Xbox-Geschäft im Frühjahr von Phil Spencer übernommen. Im Sommer folgte eine große Umstrukturierung, in deren Rahmen rund 3.200 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren sollen. Kurz vor der jüngsten Kündigungsrunde beschrieb Sharma ihren Managementstil mit dem Grundsatz, dass Klarheit eine Form von Freundlichkeit sei. Loftis sieht zwischen diesem Anspruch und dem Vorgehen bei Xbox einen deutlichen Widerspruch.

Loftis kritisiert die Kommunikation der Xbox-Führung

In einem später gelöschten Threads-Beitrag reagierte Loftis mit scharfem Sarkasmus auf Sharmas Aussage. Aus ihrer Sicht schaffen drohende Entlassungen keine hilfreiche Klarheit für Beschäftigte. Vielmehr kritisierte sie, dass die Belegschaften erneut mit Unsicherheit konfrontiert würden, während die Führung ihren Kurs öffentlich als offen und verständlich darstelle.

Ihre Kritik richtete sich auch gegen Sharmas Außenwirkung. Die Xbox-Chefin hatte zuletzt Bilder von einer Japanreise veröffentlicht, auf denen sie gemeinsam mit Hideo Kojima zu sehen war. Microsoft steigt als neuer Partner und Publisher bei dessen Projekt Physint ein, nachdem Sony sich daraus zurückgezogen hatte. Loftis spottete, solche Fotos seien kaum die Führung, die Entwickler während einer Kündigungswelle benötigten.

Der Seitenhieb macht den eigentlichen Konflikt deutlich: Positive Meldungen über Partnerschaften treffen auf eine Belegschaft, die gleichzeitig Stellenabbau und interne Verschiebungen erlebt. Die Fotos sind deshalb nicht der Kern der Kritik. Loftis stört sich daran, welche Botschaft die Führung in einer schwierigen Phase nach außen sendet.

World’s Edge trifft die Umstrukturierung besonders

Für Loftis ist die Nachricht auch persönlich, weil sie World’s Edge aufgebaut und zuletzt geleitet hatte. Berichten zufolge wurde die Belegschaft des für Age of Empires verantwortlichen Studios um die Hälfte verkleinert. Außerdem soll Age of Empires 5 nicht weiterverfolgt werden. Offiziell bestätigt sind diese beiden Angaben im vorliegenden Material nicht, weshalb sie als Berichte zu behandeln sind.

In einem öffentlichen Beitrag auf LinkedIn wandte sich Loftis direkt an die Betroffenen. Sie erklärte, World’s Edge sei als kleines, wirtschaftlich arbeitendes Studio mit einer klar auf Fans ausgerichteten Kultur gegründet worden. Nach ihrer Darstellung arbeitete das Studio profitabel und kümmerte sich um ein Publikum, das Xbox zuvor über Jahre wenig beachtet habe.

Damit stellt Loftis nicht nur den Ton der Führung infrage. Sie zweifelt auch daran, ob die Entscheidungen bei einem aus ihrer Sicht rentablen Studio wirklich verständlich erklärt wurden. Ihre Worte an die ehemaligen Kollegen fielen entsprechend emotional aus: Die Beschäftigten seien mehr als die aktuelle Entscheidung über ihre Stellen und ihre bisherige Arbeit verliere dadurch nicht ihren Wert.

Warum der Fall über einzelne Studios hinausgeht

Die neue Struktur gibt Activision mehr Verantwortung innerhalb von Microsofts Gaming-Geschäft. Neben Halo gehören nun auch Rare, bekannt für Sea of Thieves, und das Age-of-Empires-Studio World’s Edge zu diesem Aufgabenbereich. Welche Folgen diese Zuordnung für laufende Spiele und die langfristige Ausrichtung der Studios hat, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

Klar ist dagegen, dass die Kommunikation selbst zum Thema geworden ist. Loftis hat lange genug bei Microsoft gearbeitet, um die internen Strukturen und World’s Edge aus direkter Nähe zu kennen. Ihre Aussagen ersetzen trotzdem keine offizielle Erklärung zu den Gründen hinter den einzelnen Kürzungen. Sie zeigen aber, warum Sharmas Versprechen von Klarheit nun besonders streng bewertet wird.

Für die betroffenen Teams reicht ein Führungsgrundsatz allein nicht aus. Entscheidend wäre eine verständliche Antwort darauf, weshalb weitere Stellen verschwinden, warum Zuständigkeiten neu verteilt werden und was diese Veränderungen für die Studios bedeuten. Genau diese Klarheit vermisst Loftis bislang.

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