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Xbox-Umbau: Was jetzt für Obsidian und Ninja Theory zählt

Von Ramona 4 Min. Lesezeit

Xbox baut seine Studios weiter um. Für Obsidian, Ninja Theory, Rare und Undead Labs geht es jetzt um Freiheit, Projekte und ihre Zukunft.

Microsoft streicht in seiner Gaming-Sparte weitere 268 Stellen und ordnet mehrere Studios neu zu. Für Spielerinnen und Spieler ist dabei nicht nur die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze wichtig. Die Umbauten entscheiden auch darüber, wer künftig über bekannte Reihen und laufende Projekte bestimmt.

Activision übernimmt laut der Ankündigung zusätzliche Verantwortung für Halo, Rare und World’s Edge. Obsidian wird Bethesda zugeordnet. Gleichzeitig steht Ninja Theory nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen offenbar vor der Schließung. Das ist kein einzelner Wechsel in einer großen Firmenstruktur, sondern betrifft Studios, deren Spiele sehr unterschiedliche Fans haben.

Obsidian: Zusammenarbeit kann Freiheit kosten

Für Obsidian gibt es zunächst eine klare Zusage: Bethesda-Chefin Jill Braff erklärte intern, das Studio solle seine kreative Identität behalten. Das ist wichtig, weil Obsidian bisher weitgehend eigenständig arbeiten konnte und für eigene Rollenspielreihen wie The Outer Worlds steht.

Nach Angaben des Brancheninsiders Chris Dring sorgt die Eingliederung trotzdem für große Unzufriedenheit im Team. Seine Quellen berichten, dass Beschäftigte vor allem den Verlust von Autonomie fürchten. Diese Einschätzung ist nicht von Microsoft oder Obsidian offiziell bestätigt. Sie passt aber zu der Frage, die sich bei solchen Umstrukturierungen immer stellt: Bleibt ein Studio nur dem Namen nach eigenständig, oder darf es weiterhin selbst entscheiden, welche Spiele es macht?

Der Wechsel zu Bethesda hat auch einen praktischen Grund. Obsidian arbeitet bereits an einem neuen Fallout-Projekt und soll dabei eng mit Bethesda zusammenarbeiten. Gleichzeitig ordnet Dring ein, dass die Spiele des Teams zwar einen starken Ruf haben, Microsoft mit ihren wirtschaftlichen Ergebnissen zuletzt aber nicht immer zufrieden gewesen sein soll.

Für Fans von The Outer Worlds gibt es zumindest eine konkrete Zusage. Der geplante DLC zu The Outer Worlds 2 soll weiter erscheinen. Ein mögliches The Outer Worlds 3 liegt dagegen vorerst auf Eis. Das zeigt ziemlich deutlich, wie vorsichtig Microsoft gerade plant: Bereits laufende Inhalte sollen fertig werden, während neue Entscheidungen über Reihen offenbar warten müssen.

Ninja Theory wartet nicht auf ein neues Spiel, sondern auf eine Entscheidung

Noch schwieriger ist die Lage bei Ninja Theory. Microsoft hatte im Juli angekündigt, einen Käufer für das Studio zu suchen. Diese Gespräche sind nun gescheitert, und das Unternehmen hat Konsultationen für eine mögliche Schließung eingeleitet.

Dring zufolge gab es tatsächlich Interessenten. Zwei Investoren hätten sich das Geschäft genauer angesehen, seien aber wegen der hohen Kosten des Teams nicht weitergegangen. Auch das sind Angaben aus seinem Bericht, keine öffentlich erklärten Gründe der potenziellen Käufer. Für ein Studio reicht es also nicht, interessante Projekte zu haben. Ein Käufer muss auch bereit sein, die laufenden Kosten und das Risiko zu tragen.

Besonders bitter wäre eine Schließung wegen Senua, dem aktuellen Projekt des Teams. Laut Dring soll sich das Spiel sehr gut entwickeln und gegenüber Hellblade 2 deutlich verbessert haben. Ob und in welcher Form es weitergeführt wird, ist damit aber gerade offen. Eine positive Entwicklung garantiert in dieser Situation leider noch keine sichere Zukunft.

Rare und Undead Labs zeigen zwei verschiedene Wege

Bei Rare gab es laut Dring keine Kürzungen direkt im Entwicklerteam. Betroffen gewesen seien operative Bereiche und die Personalabteilung. Rare arbeite außerdem an weiteren Projekten. Nun liegt es bei Activision, ob diese Vorhaben fortgesetzt werden. Für Fans ist das vor allem eine unsichere Zwischenphase: Das Studio bleibt bestehen, doch wichtige Entscheidungen wandern in eine andere Organisation.

Undead Labs geht den umgekehrten Weg und ist wieder unabhängig. Das Team hinter State of Decay 3 hat sich selbst freigekauft. Nach Drings Angaben war zeitweise eine Übernahme durch Splash Damage geplant, unterstützt durch Amona Capital. Dieser Deal kam jedoch nicht zustande.

Microsoft hatte im Sommer insgesamt rund 3.200 geplante Stellenstreichungen angekündigt. Nach den jüngsten Maßnahmen soll der Abbau zu etwa 75 Prozent abgeschlossen sein. Berichten zufolge prüft das Unternehmen aber auch Möglichkeiten, weniger Menschen entlassen zu müssen. Für Xbox-Fans bleibt damit vor allem entscheidend, ob die neue Struktur den Teams genug Raum für ihre Projekte lässt oder ob weitere Reihen und Studios in der Schwebe bleiben.

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