Microsoft bündelt Film- und Serienadaptionen, Merchandise, Live-Events, Partnerschaften und mögliche Freizeitpark-Angebote künftig unter einer neuen Xbox-Sparte: Xbox XP. Die Abkürzung steht für Experience Points. Kayleen Walters übernimmt die Leitung.
Für Spieler ist dabei vor allem ein Punkt wichtig: Xbox will seine bekannten Welten offenbar viel stärker auch außerhalb der Konsole sichtbar machen. Gleichzeitig betont die Führung, dass die Spiele selbst weiter das Fundament der Marken bleiben sollen. Xbox XP ist also keine neue Spieleabteilung, sondern soll aus vorhandenen Reihen wie Halo, Fallout oder Minecraft zusätzliche Erlebnisse machen.
Vier Bereiche für Marken außerhalb der Spiele
Xbox XP fasst Teams zusammen, die zuvor an unterschiedlichen Stellen im Konzern arbeiteten. Die neue Sparte besteht aus vier Bereichen:
- Xbox Pictures kümmert sich um Filme, Serien und weitere erzählte Formate.
- Xbox Products entwickelt Merchandise, Sammlerstücke und Lizenzprodukte.
- Xbox Places organisiert Live-Events, Übertragungen rund um E-Sport und Showcases sowie Freizeitpark-Attraktionen.
- Xbox Partnerships betreut Kooperationen mit Marken, Sponsoren, Creatorn und Plattformen.
Das zeigt ziemlich klar, wohin Microsoft will. Xbox soll nicht nur über neue Spiele, Konsolen oder Abos wahrgenommen werden. Bekannte Spielwelten sollen auch in Kinos, Läden, bei Veranstaltungen und möglicherweise an echten Orten stattfinden.
Konkrete neue Filmprojekte, Events oder Parkattraktionen wurden mit der Gründung allerdings noch nicht angekündigt. Die neue Struktur ist deshalb erst einmal ein organisatorischer Schritt. Sie könnte aber dafür sorgen, dass künftige Projekte zu einer Marke stärker zusammenpassen, statt getrennt voneinander geplant zu werden.
Eine erfahrene Leitung für große Spielwelten
Mit Kayleen Walters setzt Microsoft auf eine Managerin, die Marken über verschiedene Medien hinweg kennt. Vor ihrer Zeit bei Microsoft arbeitete sie 13 Jahre bei Lucasfilm und war dort an der Erweiterung von Star Wars beteiligt. Bei Mojang verantwortete sie später das Minecraft-Merchandise und war zudem Executive Producer von Ein Minecraft Film.
Das passt zu der Aufgabe von Xbox XP: Die Teams sollen nicht einfach nur Produkte mit einem bekannten Logo herstellen. Laut Xbox soll Walters mit Studios und Partnern daran arbeiten, dass neue Angebote zu dem passen, was Fans an den jeweiligen Spielen mögen. Ob das bei allen Marken klappt, wird sich natürlich erst an den konkreten Projekten zeigen.
Wer sich die offizielle Vorstellung ansehen möchte, findet sie bei Xbox XP.
Mojang bekommt eine neue Chefin
Walters hinterlässt durch ihren Wechsel eine offene Position bei Mojang. Diese übernimmt ab dem 19. Oktober Maria Angelidou-Smith als CEO von Mojang und der Marke Minecraft.
Angelidou-Smith arbeitete zuvor fast zehn Jahre bei Meta, unter anderem für Facebook Groups. Danach war sie Chief Product Officer bei Personio und zuletzt in derselben Rolle bei Reddit tätig. Microsoft hebt besonders ihre Erfahrung mit großen Communitys, Creatorn, Produkten und Technik hervor.
Damit passieren zwei Dinge gleichzeitig: Xbox baut ein eigenes Team für seine Marken jenseits der Spiele auf, während Minecraft eine neue Führung erhält. Gerade Minecraft ist dafür ein gutes Beispiel, wie groß eine Spielwelt auch außerhalb des Spiels werden kann. Entscheidend bleibt aber, ob Xbox XP seine zusätzlichen Angebote so plant, dass sie den Spielen etwas hinzufügen und sie nicht bloß als Vorlage für noch mehr Produkte benutzen.