Die ersten zwei Folgen von Young Ladies Don’t Play Fighting Games laufen bei Crunchyroll und machen direkt klar, worum es eigentlich geht: Zwei Schülerinnen dürfen an ihrer strengen Mädchenschule keine Games spielen, hängen aber genau an diesem Hobby.
Das klingt erstmal wie eine einfache Schul-Comedy mit Geheimnis. Spannend für uns ist aber etwas anderes: Die Serie benutzt Street Fighter 6 nicht nur als nettes Extra im Hintergrund. Die Matches zeigen, wie Aya und Shirayui ticken. Genau deshalb könnte der Anime auch für Leute interessant sein, die sonst eher Controller oder Fight Stick in der Hand haben als Anime-Season-Listen offen.
Wichtig: Das hier ist nur ein Blick auf den Start. Zwei Folgen reichen nicht, um zu sagen, ob die ganze Serie stark bleibt. Aber sie reichen, um zu sehen, was der Anime versucht.
Warum das Gaming-Thema hier funktioniert
Aya besucht die Kuromi Girls Academy mit einem Stipendium. Viele ihrer Mitschülerinnen kommen aus wohlhabenden Familien, und an der Schule zählt sehr stark, wie sich eine „feine Dame“ zu benehmen hat. Bildschirmzeit und Videospiele sind dort verboten. Es heißt sogar, dass Schülerinnen wegen Games schon von der Akademie fliegen mussten.
Damit ist das Zocken nicht einfach nur ein Hobby, das jemand heimlich cool findet. Für Aya und Shirayui steht wirklich etwas auf dem Spiel. Wenn ihr Geheimnis auffliegt, kann das für beide große Folgen haben.
Shirayui wirkt nach außen ruhig, elegant und fast perfekt. Andere Schülerinnen schauen zu ihr auf. Sobald sie aber spielt, bricht diese glatte Fassade auf. Dann wird sie laut, ehrgeizig und viel direkter. Aya ist davon sichtbar überrascht, weil sie Shirayui vorher ganz anders eingeschätzt hat.
Bei Aya ist es andersherum spannend. Sie war selbst stark in Fighting Games drin, will davon aber Abstand halten. Nicht, weil sie keine Lust mehr hätte, sondern weil sie beweisen möchte, dass sie an diese Schule passt und eine „feine Dame“ sein kann. Das macht ihren Konflikt ziemlich leicht zu verstehen: Sie will nicht zurückfallen, aber das Spiel zieht sie trotzdem wieder rein.
Street Fighter 6 ist mehr als ein kurzer Witz
In den ersten Folgen spielt Street Fighter 6 eine auffällige Rolle. Es gibt echte Spielszenen, als Aya und Shirayui gegeneinander antreten. Aya spielt Cammy, Shirayui spielt Ryu. Das ist kein langes Erklärvideo über Frame-Daten oder Turnierregeln, aber es fühlt sich auch nicht so an, als hätte jemand nur schnell einen bekannten Namen eingebaut.
Die Serie zeigt, warum solche Duelle Spaß machen können. Aya reagiert genervt, wenn ihre Cammy von Shirayuis Ryu unter Druck gesetzt wird. Shirayui blüht auf, wenn ein Match eng wird. Kleine Sticheleien, Ärger über den eigenen Fehler und dieses „Noch eine Runde“-Gefühl sind direkt da.
Gerade das ist wichtig. Viele Serien über Games zeigen nur, dass Figuren spielen. Young Ladies Don’t Play Fighting Games zeigt bisher eher, was ein Match mit den Figuren macht. Aya und Shirayui lernen sich nicht durch lange Gespräche besser kennen, sondern dadurch, wie sie im Kampf reagieren.
Auch Fachbegriffe rund um Fighting Games tauchen auf. Nach den ersten zwei Folgen wirkt das nicht wie reines Angeben mit Gaming-Wörtern. Die Begriffe helfen eher dabei, die Begeisterung der beiden Figuren zu zeigen. Wer Prügelspiele kennt, kann daran Spaß haben. Wer weniger damit zu tun hat, sollte trotzdem mitkommen.
Wo die Serie bisher stark ist
Der beste Punkt am Start ist die Energie zwischen Aya und Shirayui. Die beiden sind nicht einfach nur Gegensätze. Beide verstecken einen Teil von sich, und das Spiel bringt diesen Teil nach vorne.
Dadurch entsteht auch eine Rivalität, die gut zum Thema passt. Ein Fighting Game lebt davon, dass man den anderen lesen will. Wann greift sie an? Wann blockt sie? Wann wird sie übermütig? Genau so fühlt sich auch das Kennenlernen der beiden an. Nicht super tief, aber klar genug, damit man mehr davon sehen will.
Humor kommt vor allem über Ayas Reaktionen. Wenn Shirayui plötzlich gar nicht mehr wie die perfekte Schülerin wirkt, sondern wie eine richtig verbissene Spielerin, ist das ein guter Bruch. Die Serie übertreibt dabei genug, damit es lustig ist, bleibt aber nah genug am Spielgefühl, damit Fighting-Game-Fans nicht sofort aussteigen.
Optisch sieht der Anime solide aus. Studio Diomedéa liefert in den ersten Folgen keine Animationen, die alles andere in der Season wegdrücken. Die wichtigen Momente funktionieren aber: genervte Gesichter, leuchtende Augen nach einem harten Match und die aufgedrehte Stimmung während der Duelle.
Die zweite Folge scheint bei den Matches besonders anzuziehen. Wenn beide Figuren im Spiel richtig drin sind und sich gegenseitig weiter antreiben, zeigt der Anime am besten, was er kann.
Was noch offen bleibt
Nach zwei Folgen ist noch nicht klar, wie gut Young Ladies Don’t Play Fighting Games mit seinen Nebenfiguren umgehen wird. Im Opening werden weitere Charaktere angedeutet, aber der Start gehört klar Aya und Shirayui.
Auch die Frage bleibt, wie lange das Grundprinzip trägt. Heimlich zocken, Schule vermeiden, Rivalität aufbauen: Das ist ein guter Anfang. Damit die Serie später nicht stehen bleibt, muss sie daraus mehr machen. Zum Beispiel durch neue Konflikte, stärkere Matches oder Figuren, die Aya und Shirayui wirklich fordern.
Sound und Stimmen machen bisher einen guten Eindruck. Ikumi Hasegawa spricht Aya, Kana Ichinose spricht Shirayui. Beide bringen die unterschiedlichen Seiten der Figuren gut rüber. Auch das rockige Opening passt zum Ton der Serie, weil es mehr nach Energie als nach braver Schulgeschichte klingt.
Für Fighting-Game-Fans ist der Anime nach dem Start vor allem deshalb interessant, weil er das Spiel nicht wie Deko behandelt. Street Fighter 6 ist hier der Auslöser für Streit, Spaß, Ehrgeiz und heimliche Nähe. Wenn die kommenden Folgen das halten und die Rivalität weiter ausbauen, kann daraus eine der spannenderen Gaming-Serien der Season werden.